Februar 2017

Kennt ihr diese intimen Momente, auf die man im Nachhinein liebend gern verzichten würde? Ich hatte am Wochenende, nach dem Boa-Konzert, einen solchen Moment. Denn ich hatte einen flotten Vierer. Mit meinem Mann, meinem besten Kumpel und eben einem Vierten. Einem Unbekannten. Einem Taxifahrer.
Gut gelaunt und auch nicht allzu alkoholisiert sind wir drei in seinen Wagen gestiegen, und nachdem wir unser Ziel – ein Kaff am Ortsrand – genannt hatten, ging die flotte Vierer-Fahrt los, die er offensichtlich unter das verheißungsvolle Motto „Alles kann, nichts muss“ gestellt hatte. Denn es KANN schon sein, dass es irgendwo auf der Welt noch jemanden außer ihm gibt, der gerne diese Art von Techno hört, der ich mich fragte, ob der Verstand schon vor oder erst nach dem Einschmeißen der Pillen weggeflogen ist. KANN schon sein, MUSS aber nicht. Und es KANN auch sein, dass es Menschen gibt, die nicht einmal ein Hallo, ein Danke-fürs-Trinksgeld oder ein Tschüssi für angebracht halten; MUSS es aber nicht. Und natürlich KANN es ebenfalls sein, dass es den einen oder anderen gibt, der es als Mitfahrer liebt, mit angelaufenen Scheiben und quietschenden Reifen um die Ecke zu sausen, um dann in einer 50er-Straße mit quälend lahmen 30 Sachen durch die Gegend zu nuckeln. MUSS aber nicht.
Also … ich fahre nicht gerne Taxi, denn ich empfinde das Zusammensitzen in dem Wagen stets als sehr intim. Und für mich ist es in der Regel eine Intimität, die ich mir gar nicht wünsche, der ich mich aber nicht entziehen kann. Wenn ich aus einem Taxi steige, überkommt mich jedes Mal ein befreiendes Gefühl. Auch wenn der Fahrer oder die Fahrerin nett gewesen ist.
Zu viele Gefühle, die man mit einem Fremden in einem fremden Wagen auf engstem Raum und in einer engen Zeitspanne teilt. Aber wahrscheinlich mache ich mir einfach immer nur zu viele Gedanken. Selbst nach einem supi Konzert mit supi Leuten.
Wünsche euch eine tolle Woche, die hier bei uns gerade mit strahlendem Sonnenschein beginnt. Freu!
Euer Tommy

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Ich treib’s aber auch wirklich ganz schön bunt zurzeit. Stellt euch vor, den morgigen Freitag habe ich mir schon wieder freigenommen. Leisten kann ich mir das eigentlich nicht. Aber ich tue’s trotzdem. Ätsch!
Grund ist erneut ein Konzert. Ich fahre in meine alte Heimatstadt. Werde meine Eltern sehen … und das Haus, in dem ich aufgewachsen bin … und meinen besten Freund, den ich seit der zehnten Klasse kenne – also laaaange schon. Kinder hat er mittlerweile. Zwei, um genau zu sein. Und auch, wenn wir mittlerweile in zwei doch recht unterschiedlichen Welten leben, so fühlen wir uns doch sehr verbunden; und das ist es, was am Ende zählt.
Was ich aber eigentlich erzählen wollte, ist, dass wir abends Phillip Boa sehen.
Kennt den Sänger jemand? Ist so ein Indie-Rock-Urgestein aus den 80ern. Ein zum Glück unverbesserlicher Gegen-den-Strom-Schwimmer. Und vor allem macht er Musik, zu der man hammer pogen hat. Und Pogo tanzen, gehört für mich zu dem Befreiendsten überhaupt. Oh Mann, wie ich das liebe. Vor allem das Slammen.
Okay, okay, ich weiß – das muss ich wohl erklären. Aber ihr habt das sicher schon einmal gesehen. Beim Slammen versammelt man sich vorne vor der Bühne, und dann, wenn die Musik so richtig abgeht, geht’s auch dort so richtig ab. Man stößt diejenigen, die neben einem stehen, von sich. Man schubst sich gegenseitig, rempelt sich an und wirft sich gegenseitig quer über die Tanzfläche. Für Außenstehende, also für die Hintenstehenden sieht das Ganze oft wie eine riesige Massenschlägerei aus. Doch wie so oft im Leben: Der Scheint trügt. Denn so wild und ungehemmt die Bewegungen dort vor der Bühne auch sind – niemand will den anderen verletzten. Alle achten aufeinander. Alle fangen sich auf und sehen zu, dass keiner stürzt. Und wenn es einen doch einmal von den Beinen holt und man stürzt, sind auf der Stelle Hände da, die einem wieder hochhelfen.
Das Gefühl, das ich beim Pogo habe, ist – ich merke es gerade – schwer zu beschreiben. Sich mal völlig gehen lassen, schwitzen, raufen, klatschnasse Haare und keine Frisur mehr haben, sich mit völlig Fremden für einen Tanz lang ganz verbunden fühlen, frei sein, Leben spüren …
Ich weiß, das ist womöglich schwer zu verstehen. Und meine Mutter wird, wenn sie das hier liest, sicher wieder mit dem süßen Köpfchen schütteln – und ihr tut das vielleicht auch –, aber das ist ja das Gute: Jeder von uns tickt anderes. Jeder ist auf seine Weise ganz besonders.
Ich wünsche euch ein erlebnisreiches und befreiendes Wochenende
Euer Blaue-Flecken-Sammler Tommy

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Kennt ihr diese Momente, die ihr einfach nicht mehr missen wollt? Zurzeit hält jeder Morgen einen solchen Moment für mich bereit. Und zwar, wenn ich spüre, dass mein Hintern langsam heiß wird. Oh Mann, wie sehr ich das doch liebe! Wenn mich die Hitze nach und nach durchflutet und mich entspannen lässt, dann drehe ich erst mal richtig auf und lasse mir die volle Dröhnung verpassen: Sitzheizung plus „normale“ Heizung. Letztere drehe ich – ich habe eben gerade einmal darauf geachtet – auf 29,5 Grad. Höchststufe. Mega-Gebläse; Hyper hyper! Auf die Füßchen und auf den Körper! Und die Hände halte ich, sobald ich an einer Ampel stehe, auch noch an die Lüftungs-Lammelen. Yeah! Gib’s mir, liebe Heizung!
Normal ist das nicht; ich weiß. Aber ich habe im Winter morgens so tiefgefrorene Extremitäten, dass ich das brauche, um irgendwie aufzutauen. Ohne diese morgendliche Sauna-Alternative und mein anschließendes, heißes Glas Tee würde es ewig dauern, bis ich meine Fingerchen bewegen und am Roman oder an meinem Posting (weiter-)schreiben kann.
Mein Mann kriegt, wenn er mal mitfahren muss, regelmäßig die Krise. Und mein Hund auch – der guckt mich immer an, als würde er mir vorwerfen: „Hallo? Ich bin doch kein Afrikanischer Nackthund. Ich trage Pelz! Alder … mir ist heiß!“
Aber sorry, da müssen beide durch. Also wenn ihr morgens gegen 9.30 Uhr mal einen verschwitzten jungen Mann mit einem hechelnden süßen Hund, dem die Zunge aus dem Maul hängt, aus einem schwarzen, ungewaschenen Auto steigen seht, dann wisst ihr: Das sind meine beiden überhitzten Jungs, bei denen ich mich hiermit ganz offziell für mein egoistisches Verhalten im morgendlichen Höllenfahrzeug entschuldige … doch ich kann einfach nicht anders 🙂
Wünsche euch eine gute Woche, in der ihr hoffentlich nicht bibbern müsst.
Euer Tommy

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Nein, ich bin kein Faschingsmensch. Und ich musste lange in den noch immer auf dem Fußboden verstreuten Fotoalben suchen, um das Foto hier zu finden. Aber beim Thema Fasching, der hier im Ländle gerade im vollem Gang ist, fiel mir heute Morgen die letzte Party, zu der ich eingeladen war, ein.
Also das war so. Ich war auf einer dieser Stehpartys eingeladen. Und was tut man so auf einer Stehparty? Yepp, dumm in der Gegend rumstehen, mit dem Fuß wackeln und an seinem Sekt nippen. Also ich zumindest tue genau das auf diesen Stehpartys, bei denen die ohnehin schon einlullende Cocktailmusik so leise aus den Boxen kommt, dass ich mich am liebsten mit ’nem Hörrohr – und ’nem Maß Bier statt ’nem Sekt vor die Box setzen würde.
Ich weiß auch nicht, aber mein Ding ist das nicht. Am liebsten würde ich bei so ’nem Abend einmal durch die aufgereihten Herrschaften hüpfen und einem nach dem anderen den Stock aus dem Hintern ziehen, meine Metal-Musik aufdrehen und jeden mal die Füßchen kitzeln. Aber das tue ich natürlich nicht. Stattdessen bemühe ich mich um Konversation … Nur wo fange ich am besten an?
Ah da, die Braunhaarige! Eine Frau! Jippie! Frauen gehen immer. Oder meistens. Also watschel ich mit meinem Sektchen rüber zu dem Schmuckstück. „Kuckuck!“, sage ich – oder so was Ähnliches. Und dann geht’s auch schon los. Booooaaaah, ohne Punkt und Komma labert mir die Gute voll das Schnitzel an die Backe. Das ist jetzt wirklich nicht mal übertrieben – ich glaube, innerhalb von zwei Minuten kommt sie von ihrem Freund, der, wie sie sagt, ein „natural born actor“ ist, über Shower-Gels und Zauberkästen auf ihre Bankirai-Terrasse zu sprechen, äh, zu monologen.
Luft holen, denke ich und schütte mir vor Schreck erst meinen Sekt auf ex in den Hals, und dann stelle ich mir vor, wie ich mich transformiere oder ich mir ’ne Maske aufsetze.
Tommy, du verwandelst dich jetzt einfach in was anderes; das wird sie aus der Quasselbahn werfen. Sagen wir mal in … ja, in was denn? … In einen Brokkoli.
Schwupps, bin ich ein Brokkoli; die Rolle kenne ich schließlich schon.
Doch Pustekuchen? Die Smalltalk-Labertasche labert einfach weiter. Die sieht nicht mal, dass meine Transformation geklappt hat, dass sie nun mit ’nem grünen Brokkoli-Männchen spricht.
Und da wird es mir bewusst. Nicht ich trage eine Maske. Sondern sie. Dieses ganze Heiße-Luft-Gequake ist eine Maske, die sie trägt, um nicht der Mensch sein zu müssen, der sie wirklich ist. Den Grund dafür kenne ich nicht. Schutz? Unsicherheit? Ich weiß es nicht. Und um ehrlich zu sein, in diesem Fall ist’s mir auch egal. Aber was ich zu wissen glaube, ist: Dass wir durchaus ab und zu mal eine Maske aufsetzen dürfen. Um uns zu schützen, um ein anderer zu sein, um uns selbst zu hinterfragen. Aber sich auf Dauer hinter einer zweiten Haut zu verstecken? Statt in die Richtung zu gehen, in der wir uns selbst gerne sehen würden? Ich empfinde das als genauso traurig wie die Vorstellung, dass das ganze Jahr lang Fasching wäre.

Euch ein schönes, erholsames Wochenende mit möglichst wenigen Momenten, in denen ihr euch unwohl fühlt.

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Nun ist er wieder da, der große Tag der Liebe, und ich muss zugeben, dass mein Mann und ich ihn nicht begehen, den Valentinstag. Kein Ahnung, wieso, aber irgendwie hat er sich bei uns in all den Jahren nicht etablieren können. Dennoch mag ich ihn. Meinen Mann. Und den Valentinstag irgendwie auch, schließlich dreht sich heute alles um die Liebe. Und die Liebe ist nun einmal alles. Nur, wenn wir Liebe geben und in Liebe leben, ist das Leben lebenswert; wenn wir die Liebe aus unserem Leben ausgrenzen, grenzen wir die größte Kraft von allen aus.
Und eines steht für mich ganz außer Frage: Sie ist immer da, die Liebe. Auch, wenn gerade alles scheiße ist und wir nicht mehr an sie glauben.
Ich kenne das. Mal fühlt man sich einsam. Mal scheint alles mühsam. Mal entpuppt sich der Freund, an den man glaubte, nicht als die Person, die man in sein Herz gelassen hat. Ja, mal liebt man nicht einmal sich selbst. Das sind Verletzungen, die schmerzhaft sind. Und dann verschließen wir unser Herz, weil wir Angst vor weiteren Enttäuschungen haben. Als nächstes bauen wir eine Mauer auf und erlauben nur noch wenigen Menschen, einen kurzen Blick dahinter zu werfen. Kurz: Wir schränken die Liebe ein, und das lässt uns leiden. Denn wir alle brauchen sie, die Liebe.
Auch ich ertappe mich immer wieder, wie mich zu schützen versuche. Sobald mir Menschen mit Missgunst, Hass oder Intoleranz begegnen; nach verfehlten Zielen; nach Tagen, die mir die letzte Kraft zu rauben scheinen, spüre ich, dass ich Gefahr laufe, mich zu verschließen. Doch ich will das nicht. Und in stillen Stunden; wenn ich neben meinem Hund durch den Wald gehe; wenn ich morgens neben meinem Mann wach werde; wenn mich jemand, den ich noch gar nicht lange kenne, voller Wärme, voller Verbundenheit in seinen Arm nimmt; wenn ich an meine tote Oma denke, der ich mich nie ganz geöffnet habe; wenn ich Fotos von unserem Patenkind sehe; wenn ich spüre, dass ich älter werde und die Zeit ein rares Gut wird; wenn ihr mir eine Nachricht schickt, die mir beim Lesen Tränen in die Augen schießen lässt oder ein Lächeln ins Gesicht zaubert – dann weiß ich wieder, dass das Aufbauen einer Mauer falsch ist. Vor der Liebe müssen wir uns nicht schützen. Nur vor dem Zweifel.

Alles Liebe zum Valentinstag
– und für jeden anderen Tag des Jahres.
Euer Tommy

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„Tommy, seid ihr in Istanbul gewesen?“ Das könnte man tatsächlich meinen, wenn man sich unsere Schnappschüsse vom Wochenendtrip ansieht. Dabei waren wir nur einen Katzensprung von zu Hause weg. In Heidelberg und Schwetzingen. Aber viel erlebt haben wir trotzdem.
Also erstes sind wir in einer Chocolaterie gelandet. Sah super aus – voll das Wohnzimmer-Ambiente. Doch der Schein trog. Gemütlich war hier nix. Zum einen hatten die dort sämtliche Fenster offen, sodass man ja nicht auf die Idee kommen konnte, sich wohlzufühlen. Echt Leute, meine Beine waren vor Kälte kurz davor, zu Eisstelzen zu werden. Und dann die Bedienung – auch eiskalt. Boah, da arbeitet die Gute in einem Schoko-Laden – im Paradies – und serviert unsere heiße Schokolade, als brächte sie uns keine Zucker-Freude, sondern einen Stapel Stasi-Akten. Nichts gegen bewussten Genuss. Im Gegenteil. Aber der Laden war nicht nur bio und vegan, sondern auch zu hundert Prozent spaßfrei.
Wir flüchten, und dann finden wir doch noch unsere kleine Genuss-Oase. Ein kleines Café mit netten Leuten und nettem Gesprächs-Pegel.
Danach ein Eis auf die Hand. Keine gute Idee – bei arschkalten 4 Grad. Wir können von Glück reden, dass unsere Zungen nicht dran festgeklebt sind. Anderenfalls hätten wir bei der anschließenden Schlossführung nicht so dumme Fragen stellen können. Und abends auf dem Konzert auch nicht mitsingen können. Das war übrigens in einem kleinen Schnaps-Laden mit nur 35 Gästen. Beeindruckend! Ebenso wie die vielen Reisegruppen aus Japan oder China – und die Tatsache, dass man in einem Hotel, das mitten in der Altstadt liegt, in der Nacht zwei Optionen hat. Entweder: Fenster zu und bei gefühltem Sauna-Klima höllisch schwitzen statt friedlich schlafen. Oder Fenster auf und wegen des Lärms kein Auge zubekommen. Beides führt dazu, dass man am nächsten Tag besser keine Fotos von sich macht, da man echt beschissen aussieht.
Aber das ist’s wert. Ab und zu mal aus der Routine ausbrechen. Neues sehen. Den Alltag und die Bequemlichkeiten des eigenen Zuhauses hinter sich lassen. Ich merke stets aufs Neue, wie gut mir das tut, und ich brauche da alles andere als Luxus. Und weit weg muss es auch nicht immer gehen. Manchmal reicht schon ein überhitztes, kleines Hotelzimmer mitten in der lauten Altstadt in einer Stadt um die Ecke …
Ich hoffe, auch ihr habt eure Batterien übers Wochenende aufladen können – wie und mit wem auch immer. Und ich wünsche euch eine tolle Woche mit vielen Sonnenstunden
Euer Tommy

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Heute muss, nein, will ich eine kleine Meldung aufgreifen, die ich super fand. Ein mittelständiger Motoröl-Hersteller hat im letzten Jahr ordentlich Kasse gemacht und ein großes Plus erzielt.
„Na und?“, werdet ihr jetzt zu recht sagen, „fette Beute machen sie doch fast alle, die großen Firmen“.
Ja – das schon. In diesem Fall aber gab der Firmenchef einen großen Batzen des Gewinns an seine rund 800 Mitarbeiter weiter. Sage und schreibe 11.000 Euro Jahresprämie gab’s jetzt für jeden „Mitunternehmer“, wie die Firma seine Mitarbeiter gerne anerkennend nennt. 11.000 Euro!
Super, oder?
Gut, ich kenne die Arbeitsbedingungen, unter denen die Leute dort arbeiten, nicht. Aber wenn man bei dem, um was sich in der Wirtschaft alles dreht – nämlich dem Geld – schon so sozial eingestellt ist, wird man sich wohl auch im Arbeitsalltag um ein soziales Umfeld bemühen, und das halte ich für absolut bemerkenswert. Zwar sollte dies ja eigentlich normal sein; ist es aber nicht.
Die menschliche Arbeitskraft ist vielerorts zur Ware geworden. Der Mensch ist zur Ware geworden. Viele von uns arbeiten sehr viel – für sehr wenig Geld. Und nicht nur das! Wie viele Menschen sogar unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten, darüber gibt es keine offiziellen Zahlen, doch die Anzahl dürfte wohl erschreckend sein.
Ich finde das zum Kotzen! Ausbeuten, bis zum Geht-nicht-Mehr.
Der folgende Vergleich ist beschämend, aber leider wahr: 62 Menschen – nennen wir sie einfach mal Super-Reiche – besitzen so viel Geld wie die 3,6 Milliarden Menschen, die die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung ausmachen.
Doch das ist nur die Spitze des Eisberg. Die Problematik fängt bereits im Kleinen an: Die Wertschätzung des Arbeitnehmers ist zum raren Gut geworden.
Dabei ist Wertschätzung eines der zentralen Bedürfnisse des Menschen – im Privatleben und im Job; wir möchten geachtet und respektvoll behandelt werden. Und genau aus diesem Grund kann ich zur ausgezahlten Rekordprämie nur sagen: Hut ab! Mögen sich auch andere bislang falsch gepolte Wirtschaftsbosse wieder daran erinnern, dass ihre Angestellten keine Maschinen, sondern Menschen sind.
In diesem Sinn: Ich wünsche euch einen wundervollen Donnerstag, und wenn euch jemand schlecht behandelt, macht ihn respektvoll darauf aufmerksam. Lasst euch nicht ärgern, ihr Lieben!

Bis Montag in neuer Frische! Morgen gönne ich mir – schon wieder; freu! – einen freien Tag. Ich werde einen kleinen Städtetrip machen und abends ein Konzert besuchen.

Euer Tommy

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So was musste ja mal passieren … Ich höre dunklen Metal, sammle abgebrochene antike Puppenköpfe und liebe Gruselfilme; klar, dass ich da eines schönen Tages eine unheimliche Heimsuchung haben musste. Und bevor ihr jetzt sagt: „Tommy, The Walking Dead gibt’s nur im Film“ – äh, äh, es gibt Dinge, die außerhalb unserer Vorstellungskraft liegen. Dinge, die wir nicht begreifen können oder nicht wollen. Seit heute Morgen weiß ich das.
Müde und noch schlaftrunken schlappe ich ins Bad und mache, vor dem Spiegel stehend, das Licht an.
FUCK! SCHREI! HILFE! KRASSER SCHEISS!
Okay, okay, die Zeiten, in denen mich mein morgendliches Spiegelbild wach und faltenfrei und milde anlächelte, sind vorbei. Das weiß ich, und ich hab’ mich dran gewöhnt. Kein Ding. Ich weiß, dass die Zeit nur vor dem Teufel halt macht. Doch das, was ich im Spiegel entdecke, ist eine weiße Kreatur, wie sie fürchterlicher echt nicht sein könnte.
NEIN, DAS KANN UNMÖGLICH ICH SEIN. Ich bin gestern brav und artig zeitig schlafen gegangen und habe auch in der Nacht nix Unanständiges angestellt. Also schreie ich zu meinem Mann, der noch nichts ahnend im Bett liegt: „WAS IST DAS?“
Im nächsten Augenblick taucht er auch schon im Türrahmen auf. Und so stehen wir – „Akte X“ lässt grüßen – nun wie Mulder und Scully im fürchterlichen Horror-Bad.
Ich (Special Agent Mulder): „Was ist das hier?“
Mein Mann (Scully); schuldbewusster Blick: „Ähhhhh ….“
Ich: „Raus mit der Sprache! Scully-Schnucki, du weißt doch was!“
Und ob mein Göttergatte etwas wusste. Der Schlawiner trägt sogar die Schuld an meinem Zombie-Spiegelbild.
Heimlich – so, als würde ich es nicht mitkriegen – hat er unsere gute warmweiße, alte Glühbirne (böser, böser Stromfresser) gegen eine sparsame LED-Birne ausgetauscht. Echt Leute, das Licht ist so scheißenhell, dass es Dracula, Chucky – die Mörderpuppe, Freddy Krueger, Candyman und die weiße Alte aus „The Ring“ gleichzeitig töten würde. Dabei soll die Helligkeit, wie mir mein Mann sich rausredend erklärt, gerade mal 40 Watt entsprechen.
4.000 Watt wohl eher. Ach was – 40.000! Dagegen hat sogar die Leichenhalle ein geradezu kuscheliges Komm-lass-knutschen-Licht.
Boah, ich hasse – ja, ich hasse! – diese kaltweißen LED-Birnen. Aber mein Mann versucht es immer wieder und glaubt doch tatsächlich, dass er mich, wenn er es heimlich macht, austricksen kann. Mich, den Special Agent Tommy Warmlicht. Dass ich nicht lache …

Ich wünsche euch einen Tag mit einem Strahlen im Gesicht und mit warmen Momenten
Euer Tommy

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Gestern habe ich in der Facebook-Timeline eines Bekannten folgende Studie entdeckt, die er gelikt hat:
„Männer müssen sich zwei Mal die Woche mit Freunden betrinken, um gesund zu bleiben.“
Hä? Wie bitte? Kurz auf den Kalender geguckt – nein, noch ist nicht der 1. April. Und der Artikel will auch gar kein Scherz sein, sondern ernst genommen werden. Zitat: „Wenn Männer etwas für ihre Gesundheit tun wollen, müssen sie ab sofort nicht mehr an die frische Luft oder ins Fitnessstudio gehen. Es reicht ein Gang in die Kneipe zusammen mit den besten Freunden. Wobei — eigentlich wären sogar zwei Kneipenabende pro Woche noch besser.“
Klar, Leute, lasst euch schön für dumm verkaufen … Oder wartet … Nee, besser doch nicht! Denn Arme im Geiste finden sich – gerade in den sozialen Netzwerken – zurzeit zur Genüge. Unter dem Schutzmantel der Anonymität wird gelikt, was das Zeug hält und was der flinke Finger in Zeiten unserer Schnelllebigkeit und Informationsflut auf die Schnelle anklicken kann. Nachdenken? Schön wär’s. Dass wir uns zwei Mal die Woche betrinken sollen, um gesund zu bleiben, ist letztendlich einfach nur eines: Hirnschiss per excellence – und für die, die es glauben und in die Tat umsetzen, gefährlich noch dazu.
Nur wer vor dem Fällen einer Meinung und damit vor dem Handeln seine kleinen grauen Zellen anstrengt, ist vor solchen Dummheiten geschützt. Und dasselbe gilt für die Flut an populistischen Pseudo-Fakten, die uns einfach nur Angst machen wollen. Angst vor dem Fremden, vor der Zukunft und vor unserem eigenen Glauben an das Gute. Trump ist da das beste Beispiel. „Alternative Fakten“ nannte er die Tatsache, das er sich die Welt so (böse) macht, wie sie ihm gefällt. Fröhlich und vor Lügen nicht zurückschreckend bastelt er sich seine eigene Wirklichkeit, die wir ihm glauben sollen. Tun wir aber nicht. Und auch solche Dumpfbacken-Fakten wie die erwähnte Alk-Studie zweifeln wir – bitte, bitte – an, denn sie zeigen, dass die mediale Wirklichkeit nicht immer die Realität abbildet, sondern vielmehr oftmals einen simplen Zweck verfolgt. Im harmlosen Fall: die Quote oder Auflage steigern. Im gefährlichen Fall: Stimmung gegen demokratische Werte machen.
Ich wünsche uns allen einen guten Dienstag und wachsame Augen!
Euer Tommy

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Mann, Mann, Mann, mein Menneken, du bist mir einer …

Ja, er hat mal wieder alle Register gezogen, mein werter Göttergatte. Am Samstagmittag trennten wir uns.
Keine Sorge; nicht für immer. Er ging in die Stadtbibliothek, ich in ’nen Klamottenladen (ich brauchte neue Jeans; hatte also die Arschkarte).
„Ich komme in 45 Minuten zu dir in die Hosenabteilung“, meinte mein Mann.
Vorspul … Nach 50 Minuten singe ich in Gedanken: „Wo mag denn nur mein Männlein sein … in Hamburg oder Bremen? Seh’ ich mir diese Hose an, so denk ich an mein Männelein …“
Nach über einer Stunde und einem furchtbar langweiligen Herumschleichen zwischen den Kleiderständern entschließe ich mich, mal draußen vor dem Eingang des Ladens zu warten; vielleicht hatten wir ja aneinander vorbeigeredet!? … Guck, guck … Nix … Hmm, mal anrufen!
Ich hole also mein Handy, das ich wie immer am Wochenende auf stumm geschaltet habe, aus der Tasche und sehe: Vier neue Nachrichten.

Nachricht 1: „Bin eingeschlossen.“
Nachricht 2: „War kein Witz. Bin in der Bibliothek eingeschlossen.“
Nachricht 3: „Rufe jetzt die Polizei.“
Nachricht 4: „Die kommen gleich! Mach dir keine Sorgen.“

Äh? Was? Wie? Wieso? Hiiiilfe! Keine Sorgen machen? Ich fange gerade an, mir – natürlich – welche zu machen, da latscht mein Mann grinsend um die Ecke.
Doch soll ich euch was sagen? Das war echt kein Joke. Er wurde wirklich in der Bibliothek eingeschlossen – die haben um 13 Uhr einfach zugemacht und ihn beim vorhergehenden Kontrollgang übersehen. Und das Beste war natürlich die Polizei! Die Typen haben sich scheckig gelacht, als sie meinen Mann an der Strippe hatten. „In der Bibliothek eingeschlossen? Ha ha! Na, dann machen Sie sich’s mal gemütlich“, haben sie ihm zunächst gesagt, als sie den Anruf noch für einen schlechten Streich gehalten haben. „Genug Bücher zur Unterhaltung haben Sie ja…“
Letztendlich haben sie sich aber doch erbarmt und sind hingefahren, um mal nach dem Rechten zu schauen. Tja, mein Mann meinte, die Polizisten hätten ganz schön dumm aus der Wäsche geguckt, als er ihnen durchs Fenster zugewunken hat. Helfen konnten sie ihm aber nicht, und so wurde dann auch noch die Feuerwehr dazugerufen. Ein Großeinsatz quasi.
Die Feuerwehrmänner haben meinem Mann im oberen Stockwerk schließlich eine Seitentür geöffnet, woraufhin er ins Freie konnte.
Puh, ich hab’ ihn also wieder! Bis zur nächsten Verrücktheit seinerseits. Irgendwie erinnert er mich manchmal an Astrid Lindgrens „Michel aus Lönneberga“; jedenfalls muss ich immer höllisch auf ihn aufpassen …

Wünsche euch eine supi Woche. Und passt schön auf euch und eure Liebsten auf, gell?
Euer Tommy

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