August 2018

Huhu, ihr da draußen,
Wenn ihr Bock habt, guckt doch heute mal auf Reading Friends-Live your Books vorbei. Dort ist heute Debut-Tag. Mit mir. Ich erzähle, wie’s zu meinem Erstling kam. Außerdem gibt’s Schnipsel und Trailer und so ‘n Zeug. Den ganzen Tag lang “Tommy bis zum Abwinken” (falls euch schlecht von der Tommy-Dröhnung wird, einfach mal einen Schnaps trinken; lol!).
Ist ‘ne tolle Seite, gemacht von netten Leuten.
Außerdem läuft – bis, glaube ich, Samstag – auf Buch SUCHT Blog gerade eine Versteigerung zu einem guten Zweck (Wuff!) – auch mit meiner Wenigkeit. Ihr könnt was Gutes tun, indem ihr eines meiner Hörbucher (“Fight To Love Again” oder war’s “Crazy Boys”? Weiß es nicht mehr; guckt einfach!) ersteigert. Auch da bin ich gern dabei.
Euer Tommy

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Hey, Madonna, altes Haus. Ich hab gedacht, ich melde mich mal wieder. Jetzt, wo du heute 60 wirst. Die Zeit rast, Freundin, und wir hinken hinterher.
Weißt du noch, unser erstes Treffen?
Wenn Blicke töten könnten! Ich fand dich Plastik, künstlich, irgendwie zu „amerikanisch“.
Das Schlimmste aber war dein „Like a Virgin“. Jungfrau – das hat mir richtig Schiss gemacht. Ich hab gedacht, ich müsste es. Wollte mich dazu zwingen. Doch mit einem Mädchen intim zu werden, fühlte sich befremdlich an. Ich konnte es nicht, und dein Lied war der Radiogeist, der mich Tag für Tag daran erinnert hat, dass ich anders, „nicht normal“ war. Dass ich vielleicht nie lieben, immer einsam bleiben würde.
Du und ich, wir beide haben uns gehasst. Und das von ganzem Herzen.
Dann, Jahre später, aber passiert es. „Like a Prayer“. Du hattest im Video blutende Stigmata an den Händen, hast eine Heiligenfigur weinen lassen, die nicht nur an Jesus erinnerte, sondern die auch noch farbig war. Damit hattest du mich. Ein – wenn auch dem Markennamen Madonna geschuldeter – Aufruf gegen Rassismus, gegen Religionswahn. Und dann noch fröhliche Ausgelassenheit in einer Kirche. Mann, das waren reichlich Tabus. Aber manchmal muss man sie halt brechen, um etwas in Gang zu setzen.
Denkst du auch noch oft daran, wie wir uns zu dieser Zeit zaghaft angenähert haben? Du, die Sexbombe, ich, der düstere Freak, die „Schwuchtel“, die auf dem Schulhof, auf dem Heimweg und ja, sogar einmal im rappelvollen Bus vor allen Leuten verkloppt wurde? Nur weil das Gerücht die Runde machte, dass ich Jungs mochte? Gott, was hasste ich es, darauf reduziert zu werden. Ich war doch so viel mehr als das. Ich war doch der Tommy!
Arschlöcher, echt!
Du aber hast mich genommen, wie ich war. Vor allem hast du mir in Videos gezeigt, dass schwule und lesbische Liebe nicht hässlich ist. Dass sie schön, normal, ästhetisch ist.
Und Mensch, was hab’n wir beide dann zusammen abgefeiert! Weißt du noch, wie wir nach der Blue-Curaçao-Orgie gemeinsam über der Schüssel gehangen und unsere Hand gehalten haben? Oder wie wir uns in „Grüne Tomaten“ gegenseitig die Taschentücher reichten? Oder wie ich dich mit in meine Black-Metal-Disco genommen habe und du in deinem Blumenkleid auf der Box gemosht hast?
Schon komisch, das mit uns.
Wir sind grundverschieden. Und nicht alles, was du machst, kann ich gutheißen. Aber vielleicht ist genau das, was eine Freundschaft ausmacht.
Den anderen als den Menschen zu akzeptieren, der er ist.
Verstehen, dass es auch mal Zeiten gibt, in denen man sich selten meldet.
Zu wissen, dass man, um sich zu mögen, nicht immer einer Meinung sein muss.
Ach ja, Süße, unsere Freundschaft ist schon strange.
Wir sind strange. Beide.
Aber es funktioniert. Schon so lange.
Es ist ein leises Wir. Aber ein Wir von Dauer. Was leider viel zu selten ist im Leben.
60? Ehrlich, Schnucki – das ist scheißenalt. Irgendwie. Und ich muss nur mit dem Finger schnippen, dann bin’s auch – alt (Fuck, bald ist schon wieder dieses verdammte Weihnachten!). Andererseits: Wer lässt sich schon von einer Zahl sagen, wie er zu sein, wie er zu leben hat?
Wir nicht, gell?
In diesem Sinn, lass dich drücken, Süße!
Happy Birthday, Madonna!
Hab dich lieb … irgendwie.
Dein Tommy

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Seltsam, wie sich Sichtweisen ändern. Als ich ein Teenie war, gab es für mich nichts Schöneres, als in einer versifften und verwaisten Weltschmerz-Disco (ich sagte noch Disco!) schweigend neben meinem Kumpel in einem der zum Inventar umfunktionierten Kinosessel abzuhängen und „The Cure“ zu hören. Ich schwör’s euch, dieser abgefuckte Kinosessel war damals wie eine Therapeutencouch für mich. Nie dagegen wäre ich auf die Idee gekommen, eine Bank klasse zu finden. Das taten, fand ich, nur Rentner mit einem fröhlichen Nachkriegs-Wanderliedchen auf den Lippen und ’ner Leberwurststulle in den Händen.
Eine Bank war ein No go.
Doch stopp! Nicht dass ihr jetzt denkt, ich hätte eine andere Bank, also ein Geldinstitut, im Sinn. Äh, da fällt mir ein: Seid ihr als Kind auch bei einer Kreis- oder Stadtsparkasse mit ihren hyperbescheuerten Knax-Heftchen gewesen? Ey, mal so ganz unter uns: Gibt es auf dieser großen weiten Welt auch nur einen Menschen, der diese Sparen-ist-so-geil–Heftchen mochte? Ich fand diese Geldpornos für Kinder unterirdisch. In den Storys ging es immer nur ums olle Sparschwein statt um Leute oder echte Schweinchen, die man hätte süß finden können.
Aber ich schweife ab. Ich wollte euch doch was über Bänke erzählen. Euch sagen, dass ich heute viele der Einladungen annehme, die von Bänken ausgehen.
Auf meiner Waldrunde mit Herrn König z.B.
Gott, was liebe ich es, mich ein paar Minuten auf diese grüne, halb zerfallene Holzbank zu setzen und den Stecker zu ziehen. Ich höre dann nur das gelegentliche Rascheln im Dickicht, fühle meinen Herzschlag sowie den meines Hundes, der zusammen mit dem von Jimmy die schönste Bewegung auf der ganzen Welt ist.
Oft stelle ich mich dann auch meinen Ängsten, meinen Sorgen, die, wenn ich so dasitze und mich plötzlich klein, aber als Teil der Natur wahrnehme, plötzlich gar nicht mehr so übermächtig scheinen.
Und sehr oft denke ich auch darüber nach, wer bereits alles auf dieser Bank gesessen hat.
Wer verliebt war, wer gelacht hat, wer verzweifelt war, wer geweint hat. Und: Wer später, am Ende seines Lebens, sich rückblickend an die Zeiten erinnert hat, in denen er sich – auf einer Holzbank sitzend – Gedanken über Dinge gemacht hat, die im Grunde vielleicht völlig nichtig waren.
Ich wünsche euch ’nen schicken Tag!
Euer Tommy

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Eigentlich wollte ich mich nicht mehr melden, aber was raus muss, muss raus.
Also, was soll ich schreiben: die Tommy-Pizza-Wahrheit, die halbe Tommy-Pizza-Wahrheit oder das, was ihr hören wollt?
Stopp, ich starte keine Umfrage, ihr kriegt die volle Tommy-Pizza-Wahrheit. Auch wenn ihr sie nicht hören wollt, ihr seid doch keine Weicheier – wobei unsere Klöten (ich spreche zu den Herren in der Runde!) bei der Dauerhitze ja schon mal ab und an gepflegt ’ne Runde abhängen, wenn mal gerade mannmäßig nichts geht.
Aber: Wo waren wir? Stimmt, bei der Wahrheit. Und die ist erst mal, dass ich Essen wertschätze.
Scheiße, ich esse für mein Leben gern.
Aber gerade weil ich – was ’n Weinchen betrifft oder ’n Bierchen oder sonstige Dinge, die ich hier nicht schreiben darf, weil man sie ja nicht tut – kein Priester bin, achte ich schon auf meine Ernährung.
Und zugegeben, auch auf meine Figur.
Ich wiege mich nicht.
Nö (fi** dich, Waage!). Und ein paar Kilo mehr oder weniger machen mir nix aus. Hauptsache, ich fühl mich wohl. Und auch sonst hab’ ich lieber ’nen stämmigen Kerl mit Haaren am Arsch als ein halbes Kleiderhaken-Hähnchen mit nachgezogenen Augenbrauen (wen’s happy macht, aber nur zu; zum Glück ist jeder frei).
Die Sache ist aber, dass ich in letzter Zeit ordentlich oft ordentlich fiese Würstchen auf Grillfeten gestopft habe (PS: Ich liebe Grillwürstchen im Brötchen; schäm, lyncht mich!). Und noch mal genau: Deshalb und weil ich mich nicht mehr richtig wohlfühlte und weil Jimmy zurzeit ständig mit seinem Zauberstab (ich meine seinen Willy) ’nen Staffellauf veranstaltet und mich auch noch mit seinem Männer-Nachlaufen ansteckt, wollte er mir gestern Abend was Gutes tun.
Was?
Er hat ’ne Low-Carb-Zucchini-Pizza gemacht. Eine bei der der Teig nur aus Zucchini und Eiern (ja, da sind wir wieder bei den Klöten!) bestand.
Ich erst so: Okay, dann pfeif ich mir vorher mal schnell einen oder zwei Wein rein. Damit ich das Teil runterkriege, also schlucken kann. Aber boah, ich schwör’s euch – das Ding war Bombe (Foto davon ist unten in den Kommentaren, wen’s interessiert). Hammerlecker. Sex aus’m Ofen. Genau wie die fette, sahnige Mousse au Chocolat, die es im Anschluss gab.
Und was will ich damit eigentlich sagen?
Weiß ich auch nicht.
Doch: Dass Kochen etwas Geiles ist. Und dass man sich nicht immer unter Kontrolle haben muss (hiks!)
Vor allem aber: Dass es Wichtigeres gibt als die Figur – nämlich das Gefühl zu leben!
Euer Tommy Herzsprung

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Mein Tag ist jetzt schon gerettet. Leute, ich bin verliebt. Aber so was von! Boah, Tommy felt in love with a Müllmann.
Also während ich meine Hoffnung, dass eines Tages ein geiler, sexy, schwuler Postbote hier klingt und mir eindeutig zweideutig grinsend seinen Paket entgegenhält („Kannst du das mal fix entgegennehmen?“), begraben habe, kann ich jetzt nur sagen: Müllmann, ich liebe dich!
Dabei wollte ich eben, nach dem Gassigehen, nur fix in meine Garage fahren, die von einem Müllwagen zugeparkt gewesen ist. Ich hatte schon innerlich fluchen wollen, als ich IHN sah. Die neonorangen Hosen locker auf der Hüfte, das Shirt spannte über seinen Brustmuskeln, die Arme konnten zupacken, der Hintern hätte Kokosnüsse zum Knacken gebracht. Fuck, was für ein Mann. Und dann geschah es: Es sah zu mir herüber, und es legte sich ein schelmisches Grinsen in sein bärtiges Gesicht.
Kurz darauf noch mal. Er packte eine Mülltonne, hob sie schwungvoll auf den Wagen – und wieder lächelte er mich neckisch an. Ein schwuler Tag. Eine schwule Offenbarung. Ein schwuler optischer Samenerguss.
Einen Moment lang drehte ich mich um, ob er nicht mich, sondern meinen Hund, Herrn König, auf der Rückbank meinte, doch der Gute lag flach wie eine Flunder unten. Der muskelbepackte „Sex on legs“ musste, musste, ja musste mich gemeint haben.
Meine Hormone tanzten Samba, und plötzlich war auch der etwas süßliche Müllgeruch, der in der stickigen Sommerluft lag, verschwunden und machte einem erotisch aufgeladenen Etwas Platz.
Ich wollte das Fenster runtergleiten lassen, rufen: „Herr sexy Müllmann, lass mich deine Mülltonne sein! Heb mich, schüttel mich, entleere mich!“, doch da musste der Kerl auch schon weiterfahren.
Scheiße, das Leben ist nicht fair. Nö.
Enttäuscht hab ich dem Typen zum Abschied gewunken. Dann mach’s mal gut, Honey, vielleicht in einem anderen Leben!
Schön war’s trotzdem.
Euch einen tollen Tag, ob mit oder ohne schwule Bartmännern auf Rädern!
Tommy

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Wisst ihr, was ich mich zurzeit frage? Ich verrat’s euch – ob ihr Frauen bei der Hitze, die gerade herrscht, auch so aufgeladen seid wie wir schwulen Männer. So wuschig. Und rallig..
Ähm, also bei mir geht’s ja noch. Abgesehen davon, dass ich mich hin und wieder dabei ertappe, wie ich – natürlich rein zu Recherche-Zwecken für mein neues Buch – hin und wieder während des Schreibens in einen dieser hirnverbrannten, aber dienlichen schwulen Pimperclips im Netz klicke. Mein absoluter Favorit zurzeit: einer, in dem es anspruchsvolle Dialoge gibt („Guten Tag, der schwule Herr, Sie wünschen?“, „Einen Döner. Und was Knackiges dazu. Warte Sie, Herr Döner-Fachverkäufer, was ist denn das da unten in der Jeans? Könnte ich das mal sehen?“). Doch wie gesagt; bei mir geht’s noch. Bei Jimmy aber ist es echt ziemlich übel. Seit es so heiß ist, schielt er den Jungs nicht mehr hinterher, nein, er sabbert förmlich wie mein Hund, Herr König, morgens bei der 30-Grad-Gassirunde.
Ich meine, mir soll’s recht sein. Solange wir mitteljung oder mittelalt (je nach Betrachtung) sind, tut so ein gelegentlicher Hormon-Arschtritt nicht schlecht. Aber wenigstens bitte ich darum, auf Qualität zu achten. Ein bisschen Anstand und Niveau schaden schließlich auch beim Kopfkino-Pimpern nicht.
Doch denkste! Jimmy stolpert wie ferngesteuert jedem “gay – len” Typen hinterher, der beim nächsten Abba-Lied im Radio (und es kommt ständig eines auf unserem Sender) nicht auf den Bäumen oder hinter den Büschen ist. Gestern z.B. kriegt er Stilaugen bei einem Typen, der bei genauem Hinsehen bzw. nach einer 180-Grad-Pirouette, so behaart auf dem Rücken war, dass wir uns den Kerl nackt hätten auf den Boden legen können (ich wollte schon immer mal ’nen Flokati-Teppich haben).
Oder vorhin. Guckt Jimmy doch glatt einem Männerwesen nach, das verdächtig nach Zwerg Nase ausgesehen hat. Echt, ich habe gar nix gegen Zwerge (bin ja selbst kein Herkules), und Nasen an sich sind auch nicht zu verachten (ohne Nase wär’s schon doof), aber der Riecher von dem Gnom hatte Ausmaße … ich sag’s euch. Nun ja, wahrscheinlich dachte Jimmy an den Spruch: An der Nase des Mannes … ihr wisst schon.
Kurz hatte ich sogar Sorge, dass mir mein Männlein irgendwie abhanden kommt. Schließlich reagierte er nicht mal mehr mit einem Wimpernzucken drauf, als ich gestern bei der Affenhitze zum Shirtless Writer mutiert bin. Da war ich schon perplex. Mal ehrlich, wer weiß, was für ’ne Hormonkrankheit er sich da eingefangen hat. Zum Glück habe ich jetzt aber eine Vermutung, was die Ursache seiner Männer-hinterherlauf-Krankheit sein könnte: Er hat die ersten Liebesszenen meines nächsten Tommy-Herzsprung-Romans korrekturgelesen (heftig mit dem Auge zwinker).
So, ihr Lieben, ich muss dann mal! Wie gesagt, bei mir geht’s noch. Ich bin am See mit meinen Jungs zum gegenseitigen Rücken-Eincremen verabredet; an die Stellen auf dem Rücken kommt man ja so schlecht …
Wünsche einen wundervollen Tag, und passt auf euch (und noch mehr auf eure Männer!) auf!
Euer Tommy

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