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Mädels, Ladys, ich bitte um Aufklärung!
Also … Gestern lauschte ich im Fitness-Studio ‘nem Gespräch unter Frauen. Die eine war echt völlig verzweifelt, die Arme.
“Ich bin am Verzweifeln”, meinte sie dann schließlich auch zur anderen. “Ich hab’ noch immer keine neuen Winterstiefel!”
Winterstiefel? Und dazu noch neue?
Kapier ich nicht. Echt nicht. Wozu in aller Welt braucht man Winterstiefel? Also meine Winterstiefel heißen Sneakers. Ob’s kalt ist oder warm – die gehen immer. Und meine Freunde tragen auch alle Sneakers. Ich glaub’, ich kenne nicht einen einzigen Typen, der sich im Winter Winterstiefel zulegt. Es muss also so’n Frauending sein, irgendwie.
Wanderschuhe. Ein Paar. Okay. Damit kommt man doch, selbst, wenn’s wie heute richtiges Winterwetter ist, gut durchs Jahr. Aber Winterstiefel? Also ich hatte, glaube ich, mein letztes Paar – es waren schrill-blaue Moonboots – als kleiner Hosenscheißer. Aber da war ich auch den ganzen Tag draußen Schlitten fahren, Schneebälle werfen und solches Zeug. Und ich wette meinen Popo drauf, dass ihr DAS, liebe Mädels, heute nicht macht, wenn ihr Winterstiefel tragt.
Wieso also in aller Welt braucht ihr jedes Jahr neue Winterstiefel? Und jetzt sagt bloß nicht: “Weil’s so kalt ist, Tommy!” Denn dann frage ich zurück: “Wo denn? Im Büro beim Arbeiten? Im Einkaufszentrum? Im Kino? Oder im Aldi? Na?” Das frage ich nämlich auch immer meiner Mutter, wenn sie sich drüber aufregt, dass ihr “Junge” keine “ordentlichen Winterschuhe” hat. Die Gute hat mir sogar schon mal das Geld für welche zugesteckt. “Für Winterstiefel” hat sie gesagt. Äääh, wisst ihr, was ich mir vom Geld gekauft habe? ‘Ne Metal-CD und … neue Skeakers (bitte, bitte nicht meiner Ma verraten, gell?)
Ich weiß. Ich weiß. Heute setz ich mich voll in die Nesseln. Gestern Ballett-Banause – heute Shopping-Sabateur … Tommy, übertreib’s nicht!
Und jetzt – Stiefel tragende Frauen dieser Welt – echauffiert euch, macht mich zur Schnecke, zeigt mir, was ‘ne Harke ist!
Vorher wünsche ich euch aber noch geschwind ‘nen angenehmen Dienstag
Euer Tommy

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Ich bin ja durchaus kulturbegeistert. Ihr wollt ins Kino – bin dabei. Museum – auch das wirklich gerne. Aber Ballett? Meinetwegen. Aber nur, weil ihr’s seid. Genau so hab’ ich reagiert, als mich meine Freunde eben das gefragt haben: “Tommy, kommst du mit ins Ballett?”
Und so sitze ich nun da, neben all den älteren Anzugs-Herren und Pelzmäntel-Damen, die mir, sagen wir’s mal diplomatisch, alles andere als sympathisch sind, warte auf den Startschuss und bete inständig, dass es nicht allzu schlimm wird.
Applaus! Applaus! Applaus! Die erste Primaballerina springt mit ihren dünnen Beinchen auf die Bühne … Die Arme, denke ich so bei mir, mehr als einmal täglich am Salat nuckeln darf die aber nicht! Und diese …
Weiter komme ich nicht mit dem Grübeln, denn schon hüpft mir der erste Tänzer rein ins Blickfeld. Natürlich – wie sollt’ es anders sein? – in diesen typischen Ganzkörper-Strumpfhosen. In Waldgrün. Okay, ich weiß, Skinny-Hosen liegen voll im Trend – aber dieser Anti-Look geht ja echt mal gar nicht. Der Springfrosch sieht voll aus wie Robin Hood in Strumpfhosen oder wie der Prinz aus “Drei Brösel für die Aschenmösel”.
Tommy, ermahnt mich meine Stimme, so ist’s halt im Ballett, basta, konzentrier dich gefälligst auf das Wichtige – guck ihm in den Schritt! Und HALLO! Ja, dort, zwischen den Beinen spielt sie wirklich, die Musik. Jedenfalls hat der kleine Russe ordentlich was zu bieten. Mann! Mann! Mann! Und wie sich das Ganze deutlich abzeichnet …
Alles Schwindel!, mischt sich meine Stimme ein, so wie bei Elvis! Der soll doch auch mit Füllungen nachgeholfen haben, damit’s in seinen engen Höschen was zu sehen gab. Und überhaupt Tommy, Schluss jetzt mit dem Starren, guck sofort woanders hin!
Brav wie ich bin, tue ich das – und starre auf den Po der Hupfdohle … Verdammt Leute!, schreie ich still, gebt mir auf der Stelle eine Walnuss! Ich wette, dass der grüne Springer sie mit seinen muskulösen Backen locker aufknackt. Und dass er …
Zum dritten Mal: meine Stimme. Pfui! Pfui! Pfui! Du bist so einfach gestrickt, Tommy! Augen auf die Handlung!
Okay, ich gebe klein bei, gelobe Besserung und gucke nur noch nach dem Rumgehüpfe auf der Bühne …
Fünf Minuten später: erstes Gähnen. Dreißig Sekunden später: wieder gäääähn! Boah, was gehen mir die ollen Trippelschritte zwischen Tüll-Frau und Leggings-Mann auf den Senkel! Und boah, und jetzt wirft er den Hungerhaken schon wieder in die Höhe … Gähn!
Und sagen tun die beiden auch nix! Nix! Nix! Nix! Kommt schon, bitte, bitte sagt doch mal was! Irgendwas Lustiges. Oder Provokantes. Von mir aus “postfaktisch” (ist schließlich Wort des Jahres), “Trump-Effekt” oder “AfD – nicht okay!”. Egal. Aber rettet mich vorm Einpennen. Doch nix. Niente. Nada.
Wieder dreißig Minuten später bin ich so genervt, dass mir sogar die pralle, in der Strumpfhose steckende Männlichkeit des Tänzers gewaltig auf den Keks geht. Und müffeln tut’s da sicher auch, denke ich: Schwitzender Schritt + Polyester-Höschen = dringend waschen!
Nee, nee, klassisches Ballett und Tommy; die werden niemals Freunde.
Wünsche euch einen guten Wochenstart – hüpft fein rein in die erste ganz normale Arbeitswoche des noch jungfräulichen Jahres. Mit oder ohne Strumpfhöschen 🙂
Eurer Tommy

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Guten Morgen, ihr Lieben,
heute schalten wir aus aktuellem Anlass direkt aus unserem Funkhaus zu Tommy, unserem Live-Berichterstatter. Er hat vor lauter Angst zwar schon die Hosen voll, aber für euch traut er sich trotzdem, übers Katastrophen-Geschehen zu berichten.

FUNKHAUS (hysterische Stimme):
“Danke, Tommy, dass du für uns vor Ort bist! Was ist der Stand der Dinge? Wie dramatisch ist es? Wie schätzt du die aktuelle Wetterlage ein? Deine Meinung?”
TOMMY: “Es ist halt Winter.”

FUNKHAUS (dramatische Stimme):
“Und die Minustemperaturen?”
TOMMY: “Gehören dazu. Winter halt.”

FUNKHAUS (ausgebremste Stimme):
“Ja, aber was sollen unsere Zuhörer denn jetzt machen bei der Wahnsinns-Eiseskälte? Bei diesem Ausnahmezustand?”
TOMMY: “Nix. Die Heizung hab’n die sicher an. Und Winterreifen hab’n sie auch. Passt.”

FUNKHAUS (enttäuschte Stimme):
“Und dein Ratschlag?”
TOMMY: “Rausgehen! Es ist wunderschön, da draußen. Die Luft ist klar, trocken und herrlich frisch. Die Sonne strahlt, und der Himmel zeigt sich von seiner schönsten Seite. Dieses atemberaubende Blau! Wow. Und überall funkelt und glitzert es. In den Büschen, auf den Wiesen, in den Bäumen. Sogar die Vögel sind begeistert und zwitschern, was das Zeug hält. Hammertag!”

FUNKHAUS (verzweifelte Stimme; die Einschaltquoten fallen ins Bodenlose):
“Äh … ja … danke, Tommy. Ich höre gerade: Wir müssen dringend zurück ins Studio schalten …”

Aus die Maus. Thema vom Tisch.
Nächste Pseudo-Hyper-Hyper-Katastrophenmeldung, bitte!
Denn mal ehrlich: Ja, es ist kalt. Und ja, auch ich find’s geiler, in Shorts auf der Sommerterrasse zu sitzen, als bei minus 15 Grad morgens auf den ollen Bus zu warten. Aber mein Gott, so ist’s nun mal im Winter. Und der hat auch seine schönen Seiten. Und um die zu sehen, müssen wir gar nicht viel tun.
Dazu reicht eines: Einfach mal wieder richtig hinsehen!

Ich wünsche euch ein schönes, entspanntes Wochenende. Lasst euch nicht wuschig machen, gell?
Euer Tommy

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Heute hab’ ich euch noch was aus meinem Urlaub zu berichten. Dafür müsst ihr wissen, dass ich es über alles liebe, mit meinem Hund lange Wanderungen zu machen. Ab auf die Berge. Gern ein paar Stunden. Aber auch unsere morgendliche Waldrunde gibt mir viel. Und meinem Hund auch. Da leuchten jedes Mal vier Augen. Nun ist es aber so, dass wir alle nicht mehr die Jüngsten sind und mein pelziger Freund in einer Pfote Arthose hat. Dass zu wissen, tut mir schon weh genug. Aber zu allem Überfluss fing der Gute diesen Sommer auch noch an, relativ schnell zu humpeln. Puh – wie mir das das Herz zerriss.
Nun ja, jedenfalls habe ich die Wanderungen da komplett eingestellt und auch die Morgenrunde stark verkürzt. Besser wurde es dadurch aber nicht, denn wie ihr vielleicht wisst, erfordert Arthrose kontrollierte Bewegung. So richtig gut bewegen konnte er sich aber nicht. Echt – das war zum Verrücktwerden.
Was also, neben Physiotherapie, tun, Tommy?
Oh Mann, was hab’ ich mir den Wolf recherchiert. Nix. Bis ich im Herbst eine Family mit einem Bollerwagen fürs Spielzeug gesehen habe. Da kam mir die Idee, so ein Teil mit zum Wandern zu nehmen und meinen Hund ab und zu reinzusetzen. So weit, so gut. Wenn da nicht die Stimme gewesen wäre, die da schrie: “Ey, Tommy, voll peinlich! Wenn du mit dem Hund im Wagen gesehen wirst, echt Mann, dann hast du endgültig deinen Ruf weg. Das ist, als würdest du mit ‘nem Puppenwagen durch die Gegend laufen und so tun, als wär’s ein Kinderwagen. Mach das nicht, du Spacko!”
Also hab’ ich die Idee wieder verdrängt und weiter auf das verzichtet, was mir so am Herzen lag. Bis zum Urlaub. Da nahm ich all meinen Mut zusammen und hab’s einfach mal gemacht. Hund geschnappt, Wagen hinter mir hergezogen, losgewandert. Und: Auf den Boden geguckt. Schäm. Dann aber merkte ich, wie ich glücklich war. Endlich konnte ich wieder mit meinem Vierbeiner auf Achse gehen. Und als meine Mundwinkel nach oben gingen, richtete ich auch skeptisch meinen Blick nach oben. Und? Klar, die Leute, die uns entgegenkamen, guckten irritiert, sobald mein tierischer Fahrgast im Wagen saß. Einige sprachen mich auch an. Aber ob ihr’s glaubt oder nicht: Die meisten fanden’s gut. “Super, dass Sie das für Ihren Hund machen!” Und so ähnlich.
Mittlerweile geht’s meinem Hund merklich besser (lauf, lauf), und ich gehe auch hier, wo ich wohne, mit dem Wagen in den Wald. Und da kam mir die Tage ein LKW-Fahrer mit gefällten Bäumen entgegen. Ein bärtiger, stämmiger Mords-Kerl – einer, der seinen Mann steht und für modernen Firlefanz nix übrig hat. Und natürlich hupte er laut. Dann ließ er die Scheibe runter: “Ey, du da!”
Ich zucke innerlich zusammen. Jetzt kommt was Abfälliges!
Er weiter: “Super Idee! Das mache ich auch. Ich hab’ nen zehnjährigen Schäferhund und der kann nicht mehr so lange wandern …”
Das Ende vom Lied: Jetzt sind sie wieder happy auf Tour – die vier leuchtenden Augen. Mein Hund und ich. Und gelernt hab’ ich auch wieder was. Wenn man etwas tun will und das Herz dazu ja sagt, dann soll man’s tun! Selbst, wenn der eigene Mann skeptisch ist und man sich damit vielleicht zum Kasper oder zum Gespräch der Leute macht. Denn: Am Ende kommt’s eh immer ganz anders.
Ich drücke euch und wünsche einen schönen Mittwoch!
Euer Tommy

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Mann, Mann, Mann, Tommy, da hast du dich wieder mal in Teufelsküche gebracht. Versprichst deinen Lesern, dass es heute um Sex geht, dabei hast du als fleißiger Schreiberling doch gar keine Zeit für so was. Tagein, tagaus sitzt du einsam in deinem Kämmerlein und schreibst dir mit der Schreibmaschine deine Sehnsüchte vom Herzen. Schmunzel! Lach! … Wobei: Ihr kennt das. Man ist keine 18 mehr. Und es gibt auch andere Sachen, die einem die Freizeit versüßen.
Aber im Urlaub. Ja, da ist mal wieder ausreichend Zeit fürs Bummdidumm. Da wird georgelt, bis die Engel halleluja singen.
Und die Pläne passten. Mein Mann und ich sind in den Weihnachtsferien ab in die Pampa. Ferienwohnung im Nirgendwo. Keine Medien, keine Termine. Nur wir. Hach, wie schön. Und ‘nen Kamin gab’s auch. Also ist mein Göttergatte schon im Vorfeld losgezogen, um für Feuer zu sorgen. Archaisch wie der Steinsteinmann ist er auf die Jagd nach Holz gegangen.
Okay – zurück kam er mit Briketts. Na und? Hauptsache, er heizt uns ordentlich ein, dachte ich und sah uns schon auf dem Bärenfell schwitzen. Und ins Schwitzen kam mein Mann wirklich, als es endlich so weit war. Weil diese ollen Briketts nicht glühen wollten. Ich sag’s euch – der Arme hat eine ganze Packung Grillanzünder in den Kamin geworfen. Nix. Außer seinem Gesicht war nichts feuerrot. Aber aufgeben? Nee, nicht mit ihm, dem Steinzeitmacho. Also was tut er in seiner Verzweiflung? Echt – da fängt er doch tatsächlich an, das Geschenkpapier von den Weihnachtsgeschenken zu reißen … Anzünd, rein damit … Nix.
Und das Beste: Dem Guten ging’s gar nicht um knisternde Erotik, sondern nur ums Feuermachen an sich. Denn irgendwann meinte ich belustigt: “Na, dann wird’s wohl nix mit dem Kamasutra vorm Kamin”, woraufhin er wie folgt reagiert hat. Erst sagte er: “Sex? Nee, lass mal. Ich hab’ doch Urlaub!”, dann gab er im nächsten Augenblick alle Anstrengungen, Feuer zu machen, auf.
Am Ende machten wir ein Teelicht an – das brannte wenigstens – und landeten zu dritt auf der Couch. Mit unserem Hund, wohlgemerkt, nicht mit dem heißen Typen vom Nachbar-Ferienhaus. Und mit ‘nem Buch und ‘nem Kakao in der Hand.
Also ein Naturbursche wie Johannes aus meinem Sterne-Roman ist mein Mann nicht. Und ‘nen Survival-Kurs würde ich auch nicht bei ihm buchen. Und Geschenkpapier weiß er auch nicht zu schätzen. Trotzdem ist er – sicher wie euer Schatzi zu Hause – der beste Mann der Welt.
Ich wünsche euch und eurem Herzi einen tollen Dienstag!
Euer Tommy

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Hallo ihr Schnuckipuckis,
tolles Foto, was? Ich meine das Landschaftsfoto – nicht die draufgesetzte Giraffe mit dem langen Hals …
Habe ich geschossen. Am Silvestermorgen. Da bin ich nämlich auf die Idee gekommen, einen Schwarzwald-Berg hochzukraxeln.
Nun, normalerweise flitzen wir drei Nasen da ohne Murren und Knurren hoch. Aber an Silvester, nach dem vielen Entspannen, meldete sich bei meinem Mann und sogar bei meinem Hund ein nörgelnder Gnom zu Wort. “Boah, wie beschissen” … “Bei dem schlechten Wetter” … “Ist doch Nebel!” … “Und wir müssen doch noch in den Supermarkt Sekt holen!”
Na, ihr könnt’s euch vorstellen, gell?
Jedenfalls hab’ ich mich fast schon anstecken lassen von der Unlust, und so schleppten wir uns träge wie drei alte Ziegenböcke den nebeligen Berg hoch. Ätzend! Doch oben angekommen, strahlten die Augen. Bling-bling. Plötzlich waren wir über der Nebelgrenze und standen phatt im strahlenden Sonnenschein. Das fetzte. Echt, der Wald und die Welt unter uns sahen wie gemalt aus. Aber das seht ihr ja auf dem Foto …
Klar, das war nur “Wetter”. Stinknormales Wetter, plus bezwungene Höhenmeter. Aber als ich so drüber nachdachte, zeigte mir das wieder einmal etwas: Wenn wir den Blick für das, was wirklich zählt im Leben, haben wollen, müssen wir erst unseren Hals lang machen – wie eine Giraffe, die über die Nebelwolken gucken will und sich einen Überblick verschafft. Und dann müssen wir loslaufen. Raus aus dem Nebel.
Natürlich ist es schön bequem, drin zu bleiben in der Nebelsuppe. Die Gedanken der anderen denken. Den Mund halten. Die Verwirklichung der eigenen Träume eintauschen gegen ein gechilltes Leben auf dem Sofa.
Ja, in einer Gesellschaft, die stark um Bequemlichkeit und Konformität kreist, ist es schwer, sich aufzuraffen und rauszugehen aus der vermeintlichen Komfortzone. Doch wenn wir es uns dort allzu gemütlich machen, verpassen wir mehr als viel. Wir verpassen alles. Nämlich unser Leben und die Chance, Tag für Tag ein bisschen mehr wir selbst zu werden.
In dem Sinn wünsche ich uns allen für 2017 den Drang, frei und selbstbestimmt zu sein. Und den ungebrochenen Willen, den Hintern hochzukriegen.
PS: Schön, wieder bei euch zu sein! Echt – ich hab’ euch vermisst. Und wisst ihr was? Morgen wird’s schmuddelig. Nix mit Sinnsuche und so. Da geht’s einfach nur um dreckigen Sex.
Ha ha, hab’ ich euch?
Billiger Trick. Ich weiß. Aber so bin ich. Mit allen Wassern gewaschen, der Tommy 🙂

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Echt? Habt ihr gedacht, ich verschwinde in meine Weihnachts-Auszeit, ohne euch Weihnachtsgrüße zu schicken? Nee, das tue ich natürlich nicht. Allerdings muss ich heute wie auf Speed schreiben. Ich hab’ nämlich um 9 Uhr schon ‘nen Termin. Und ihr wisst ja, wie ich diese Morgentermine hasse. Eigentlich. Heute aber habe ich einen Supi-trupi-freu-Termin. Mein neues Tattoo, das derzeit im Entstehen ist, wird weiter gestochen.
Ich weiß, bei Tattoos gehen die Meinungen auseinander. Gut so. Ich für meinen Teil freue mich über meine stets wie ein Schneekönig. Jedes einzelne gehört zu mir, ist ein Teil meines Lebens. Wie eingebrannte Narben.
Nein, weg gehen die nimmer. Sollen sie auch gar nicht. Alle sind auf meinen eigenen Mist gewachsen, und sie erinnern mich an den Menschen, der ich war und bin, und an die Menschen, die ich liebe.
Außerdem ist mein Tätowierer ein super Typ. Ein Tag mit ihm – und alle negativen Gedanken sind wie weggeblasen, äh, weggestochen. Also wenn es einen Mann gibt, der das Gute anzieht, dann er. Es gibt diese Menschen – und das ist kein Weihnachtsmärchen –, die einfach nur super sind. Mit denen man einfach lächeln muss, egal, wie scheiße der Tag bisher gewesen war. In deren Nähe man sich ohne Wenn und Aber wohlfühlt. Also meine Stimme fürs Bundesverdienstkreuz hat mein Tätowierer.
Seht ihr – ich wollte doch nur kurz schreiben. Typisch. Und jetzt muss ich mich wieder mal sputen. Egal. Meine Tattoos sind mir wichtig – ihr aber auch.
Und deshalb wünsche ich euch jetzt schöne Weihnachten. Und mit “schöne” meine ich … Stopp! Jetzt wollte ich schreiben, was ICH unter “schöne Weihnachten” verstehe. Aber, nee, das mache ich jetzt mal nicht. Ich wünsche euch vielmehr, dass die Weihnachtstage so werden, dass sie EUCH zufrieden und vielleicht sogar ein wenig glücklich machen. Was dafür geschehen muss, das wisst ihr selbst am besten.
Aber ‘nen kleinen, ganz kleinen Tipp möchte ich euch dennoch mit auf den Weg in die Weihnachtstage geben. Neu ist der nicht. Aber halt einfach wertvoll. Nehmt euch Zeit. Lasst euch nicht stressen. Und stresst euch auch nicht selbst. Krabbelt zwischendurch mal den Pelz eures Hundes, eurer Katze oder den eures Mannes. Smile. Und schenkt euch auch selbst mal ‘nen Moment der Ruhe. Um das wieder zu spüren, was wirklich zählt im Leben.
Ah, und noch was: Passt auf den Christbaum-Ständer auf, und haltet die Ohren – oder sonst was – steif.
Kicher, kicher; sorry fürs plötzliche fallende Niveau, aber das konnte ich mir als Gay-Romance-Autor einfach nicht verkneifen.
Schäm dich Tommy!
Tu ich … und hüpf dann auch mal schnell weg. Bis 2017 – ich freue mich auf euch!
Habt euch wohl – ich hab euch lieb 🙂
Euer Tommy

PS: An alle, die Taschenbücher bei mir bestellt haben: Auch wenn ich meine Weihnachts-Auszeit wirklich als solche nutzen will, werde ich regelmäßig nachschauen, ob eure Überweisungen da sind. Wenn ja, gehen meine Bücher auf jeden Fall an euch raus.

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Was ich sehe, wenn ich in den Spiegel schaue?
Mal einen aufgeweckten, schelmischen Jungen, der voller Ideen steckt. Mal einen Mann, der das Leben zu verstehen versucht. Und mal, besonders morgens, wenn mir das künstliche LED-Licht entgegenstrahlt, einfach nur ein verknittertes, müdes Etwas.
Meistens aber sehe ich einfach mich. Den Tommy. Der mal lacht und mal weint. Der schon viel gekämpft hat – oft auch gegen sich selbst –, der aber auch schon viel Glück gehabt hat im Leben. Der achtsam und weise zu sein versucht, manchmal aber auch einfach nur irre unvernünftig ist. Den die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen Angst machen, der aber weiter an die Menschlichkeit glaubt. Der fest davon überzeugt ist, dass Liebe alles ist. Der diszipliniert ist, aber auch mal über die Stränge schlägt. Der sich bemüht, einfach er selbst zu sein.
Das alles sehe ich, wenn ich in den Spiegel schaue. Aber ich sehe jetzt, wo ich diesen Text schreibe, auch euch. Euch, die ihr genauso voller Freude, Sorgen, Hoffnungen, Ängste, Liebe, Zweifel und wer weiß was seid. In dem Punkt sind wir uns – so verschieden wir Menschen glücklicherweise auch sind – doch alle gleich. Wir gehen nur unterschiedlich mit unseren Gefühlen um. Und das ist auch gut so. Das macht uns aus. Vielfalt statt Einfalt.
Ich bin dankbar dafür, dass ich mich – natürlich mal mehr, mal weniger – so akzeptiere, wie ich bin. Und dass ich mich bemühe, auch andere so sein zu lassen, wie sie sind. Außer, sie verhalten sich ungerecht, hinterhältig, entwürdigend oder verletzend.
Letzteres hat mich – nach langem Überlegen – übrigens dazu bewogen, hier doch 100 Prozent Tommy zu sein. Gesicht zu zeigen. Denn: Wenn andere sich hinter einem anonymen Profil verstecken, um ihren populistischen, menschenverachtenden Dreck in die Welt zu lassen, dann will ich anders sein.
Also – hier bin ich!
Euer Tommy

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Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Zeit mein Feind und nicht mein Freund ist. Dass mich der Sog der Schnelllebigkeit mitreißt und ich meine Erdung verliere.
Gestern war das so.
Schnell noch dies tun, geschwind noch jenes erledigen. Und kaum dass ich mich versah, lag ich auch schon im Bett und wusste, dass ich einen Tag verschenkt hatte.
Für sich genommen, ist das eine Mal noch lange kein Drama. Nein. Aber wie schnell wird die Hast, die Ruhelosigkeit zur Routine und zum Leben an sich?
Ich kenne das. Und ich will das nicht mehr. Ich will mich selbst und das, was mir wichtig ist, nicht aus den Augen verlieren.
Also bin ich heute Morgen in aller Herrgottsfrühe mit meinem Hund zu “unserem” See gefahren.
Still haben wir da gestanden, am Ufer, und ich habe meinen Blick aufs Wasser gerichtet.
In der Ruhe des Wassers ist alles in Balance. Es ist ein Stillstand, eine Stille, die doch voller Möglichkeiten ist. Denn unter der Oberfläche, in der Tiefe findet sich das Elementare.
Es ist ein gutes Gefühl, das zu wissen. Dass wir gar nicht viel tun müssen, um zurück zu uns selbst zu finden.
Ankommen. Abgeben. Aufatmen.
Eigentlich ist es ganz einfach.
Stimmt’s, Hund?
Ich gehe runter auf seine Höhe, umarme ihn, spüre sein Herz schlagen, und so bleiben wir eine ganze Weile einfach so am Ufer stehen. Bis mich die Bewegungslosigkeit plötzlich frösteln läßt.
Ja, meine Füße sind kalt. Aber dafür fühlt es sich in mir wieder warm an. Und mit diesem schönen Gefühl starte ich heute ruhig, bewusst und achtsam in den Tag. Und das wünsche ich auch euch: einen guten Tag mit vielen kleinen schönen Momenten, die das große Glück ausmachen.
Euer Tommy

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Ja, was ist denn das? Also … ich weiß es. Ich hab’s mir schließlich bestellt. Aber ihr wisst es nicht; ätsch! Und unser Postbote auch nicht. Und das hat ihn am Samstag, als er es gebracht hat, ganz wuschig gemacht, den Lieben.
Ja, er ist echt ein Netter, unser Postbote. Aber furchtbar neugierig. Der weiß immer schon, was wir kriegen, bevor wir es selber wissen. “Post von Steuerberater? Der hat doch letzte Woche schon geschrieben!” Oder: “Tommy – nix für dich! Ist für deinen Mann. Vom Gitarrenshop!” Oder: “Nikolaus-Päckchen von der Mama.”
Ist wahrscheinlich ‘ne Berufskrankheit.
Am Samstag aber staunte der Gute Bauklötze. Als ich die Tür öffnete, stand er da, mit meiner XXL-Bestellung und grinste sich was weg. “Ist das groooß, Mann! Was ist das denn?”, fragte er schelmisch, und ich konnte seine Gedanken lesen. Ach, der Tommy und sein Mann … Bei denen weiß man ja nie … So verrückt, wie die sind … Was ganz doll Spannendes oder was zum Spielen … für zwei Männer …
Jedenfalls ging er gar nicht mehr weg. Wie angewurzelt stand er da, so, als wollte er drauf warten, bis ich das Teil raushole. Doch nix da! Alles muss Mister Naseweis auch nicht erfahren.
Euch aber verrate ich’s. Wobei … ihr kennt euren Tommy doch jetzt schon ganz gut. Ratet doch mal. Die längste Praline der Welt ist’s nicht. Hat was mit ‘nem Hobby von mir zu tun.
Derjenige, der’s zuerst errät oder am Ende des Tages zumindest am nächsten dran war, dem schicke ich was Kleines – wirklich was Kleines! Nicht so ein Riesen-Riesen-Teil wie das hier :-)!
Ich wünsche euch allen einen guten Start in die Woche
Euer Tommy

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