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Hi ihr Lieben, heute möchte ich euch mit einem kurzen Textauszug aus meinem Buch “Weil du mir die Sterne zeigst” überraschen. Viel Spaß damit, euer Tommy!

»Sie müssen Nils sein«, hörte ich die fröhliche Stimme, die ich schon vom Telefon kannte, hinter mir. »Sie sind früh dran, aber das macht nichts. Kommen Sie herein.«
In der Tür, unter dem hölzernen Praxisschild, stand eine kleine, etwas rundliche Frau in einem Rockabilly-Kleid. Erstaunt riss ich die Augen auf, denn das Outfit war ein Feuerwerk an Farben. Sowohl das figurbetonte, tief dekolletierte Oberteil als auch der weit schwingende Rock, unter dem ein Petticoat hervorlugte, waren apfelgrün und bunt bedruckt mit Blumen und Totenköpfen. Nein, wenn das Dr. Heise war, dann stapfte sie ganz sicher nicht zum Eierholen über die Alm.
Oder etwa doch? In den derben Dr.-Martens-Boots, die sie trug, würde sie zweifelsohne einen strammen Marsch über die Berge hinlegen können.

Ich hoffe, es gefällt euch … aber die meisten kennen das Buch ja bereits 🙂

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Obwohl ich mir vorgenommen hatte, mich am Wochenende aus allen Alltagssachen rauszunehmen, war ich Samstagmorgen schon wieder mitten drin im üblichen Trott. Und so stand ich morgens an der Kasse des Supermarkts, mit runterhängenden Mundwinkeln und merkte, wie sich eine Unzufriedenheit in mir ausbreitete.
„Mensch, Tommy, es ist geilstes Frühlingswetter. Du hast keine Termine. Niemand ist krank. Und es ist Wochenende“, flüsterte mir mein leichtes Ich ins Ohr. Und stellt euch vor – ich habe ihm Gehör geschenkt.
Ruck, zuck bin ich nach Hause geflitzt, hab’ die Einkäufe ausgeräumt, hab’ mir meinen Jimmy, meinen Hund und ein paar wenige Sachen, die in eine kleine Tasche passten plus ein Zelt und die Räder geschnappt. Und keine 40 Minuten später waren wir unterwegs.
Jimmy ist gefahren, und als ich meinen müden Augen im Beifahrerspiegel begegnete, fragte ich mich ein weiteres Mal, warum wir – in unserer freien Zeit – so viel Zeit darauf verschwenden, jeder möglich und unmöglichen Art der Ablenkung nachzugehen, statt uns der Frage zu stellen, was uns wirklich erfüllt. Was uns innere Ruhe und Zufriedenheit, vielleicht auch kurze Momente des Glücks schenkt.
Nun, lange konnte ich nicht darüber nachdenken, denn bereits nach rund einer Stunde kamen wir an. An einem kleinen See in der Pfalz. Wir wollten nicht so lange unterwegs sein – es ging uns ja ums Ankommen.
Picknickdecke rausgeholt, Klamotten ausgezogen, wuselnde Gedanken abgestellt, Blick auf den See – und schon war mir wieder klar: Die schönsten und wertvollsten Dinge im Leben kann man für kein Geld der Welt kaufen. Und die zweitschönsten Dinge kosten nicht die Welt. Zwei Tage haben wir von ’ner Packung Schwarzbrot sowie Aldi-Kuchen, etwas Käse, 5 Konserven, bisschen Obst, bisschen Wein, einer Cola, selbstgebrautem Käffchen und einem Bierchen, das wir uns am Seekiosk gekauft haben, gelebt.
Nachts war’s arschkalt, und wir haben echt gefroren. Uns fehlten Gewürze, Sonnencreme, Shampoo, je eine frische Unterhose und noch so einiges anderes. Aber vermisst haben wir nix. Und weil’s so schön, so ruhig, so erdend und erfüllend war, sind wir noch ’ne Nacht länger geblieben.
Gerade eben erst bin ich die Tür zu Hause reingekommen. Und? Geht auch! Ach was, geht auch!? Was schreibe ich denn da? Das geht sogar noch besser als sich so tief in den Alltagstrott und die 0815-Sachen des Lebens reinzumanövrieren, dass man sich am Ende selbst verliert.
Jippie! Es war supercalifragilisticexpialigetisch! Und jetzt kann sie kommen, die neue Woche – ich freue mich drauf!
Hoffe, euer Wochenende war ebenfalls schön, und wünsche euch natürlich einen wundervollen Tag!
Euer Tommy

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Na endlich. Dass wir das noch erleben dürfen. Unser schwuler James Bond ist bei uns zu Gast. Beziehungsweise die beiden Taschenbuch-Ausgaben von VOLLE LADUNG LIEBE sind da. „Harte Kerle küssen besser“ und „Gefühle in Gefahr“. Jubel! Strahl!
Und natürlich haben wir uns passend zum schwulen Agenten-Thriller für euch in die typische Action-Pose geworfen. Mit Bananenpistole. Und ich finde, sieht doch echt gefährlich aus, oder? Dagegen können Bruce Willis und Jason Statham einpacken. Unsere Nachbarn haben jedenfalls recht neugierig geguckt bei unseren brandgefährlichen Fotoaufnahmen – wir haben nämlich keine Vorhänge und haben alle Stunts selbst gemacht. Unter Einsatz unseres Lebens, versteht sich …
Aber was ich eigentlich sagen wollte: Wer eines oder beide der Taschenbücher sein Eigen nennen will (natürlich gerne auch mit Widmung von meinem Jimmy Herz und mir), kann jetzt also zugreifen. Jedes Buch kostet 10,99 plus Versand.
So, und jetzt ballern Jimmy und ich noch ein bisschen um uns. Natürlich mit Liebe statt mit Kugeln. Schließlich sind wir eure „Jungs“ mit Herz(sprung) 🙂
Ach ja, und einen duften Dienstag wünsche ich euch auch noch!
Euer Tommy
PS: Gut, dass mir der Rechtschreibfehler auf dem Foto noch vor dem Posten aufgefallen ist. Ich hatte erst geschrieben: „Hände hoch oder wir scheißen!“ … Lach. Nein. Hatte ich nicht. Aber wäre lustig gewesen

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Neulich, als ich mit meinen Eltern und Jimmy unterwegs war und wir ’ne Nacht in einem Waldhotel übernachtet haben, überkam mich die Lust, spätabends, als es schon dunkel war, zu joggen. Und zwar um den See, an dem unser Haus lag. Die Ruhe des Wassers. Die warmen verschwommenen Lichter am anderen Seeufer. Die Aussicht, für eine Zeit lang einfach nur für mich zu sein. Doch ich wusste weder, wie viele Kilometer es um den See waren, noch kannte ich die Laufrunde, die zum Teil durch waldige Abschnitte zu führen schien; zudem war es bitterkalt. Aber mir war’s egal. Ich wollte um den See joggen.
Doch als ich meine Schuhe schnürte und den anderen erzählte, was ich vorhatte, waren sie da, die Bedenken.
„Spinnst du?“, „Was da alles passieren kann!“, „Mach’s dir doch lieber hier gemütlich!“, „Musst du immer unsere Nerven belasten? Kannst du nicht einmal wie ein normaler Mensch abends auf den Sofa liegen?“
Und ruck zuck hatte auch ich Bedenken. Ein bisschen unvernünftig war’s ja schon … und kalt … und sicher weit, die Strecke. Und ja, ein bisschen Schiss hatte ich plötzlich auch. Allein; nachts in der Natur; in einer fremden Gegend; wer und was sich hier wohl alles in der Dunkelheit so rumtreibt ….
Aber wisst ihr was? Meine Eltern und mein Jimmy kennen mich schon: Gerade wenn ich spüre, dass mich meine Ängste packen, um mich von etwas abzuhalten oder – was in unser aller Leben viel häufiger der Fall ist – dass ich die Ängste anderer aufnehme, tue ich das, was ich tun will, erst recht.
Nicht falsch verstehen: Ich bin nicht unvernünftig. Ich wäge die ins Feld geworfenen Bedenken wirklich ab; gucke, wie viele reale Gefahren in den Ängsten stecken – ich bin ja nicht lebensmüde; ich lebe gern. Und nein; ich verhalte mich auch nicht egoistisch, was oft behauptet wird, wenn man etwas tut, das den anderen nicht passt. Niemals würde ich wichtige, grundlegende Entscheidungen ohne die Zustimmung meiner Lieben treffen. Sie sind schließlich mein Leben; mein Ein und Alles.
Aber ich will nicht, dass die Angst bestimmt, was ich tun oder lassen soll. Die, die mir am Herzen liegen – wenn sie denn wirklich bei sich selbst sind – dürfen über mich mitbestimmen. Aber nicht deren destruktive Ängste. Und auch nicht die meinen.
Denn wenn wir uns von Ängsten und/oder von anderen Menschen kontrollieren lassen, verliert unser Leben an Leichtigkeit.
Klar, es gibt es immer Zwänge, in denen man steckt. Wir haben Familie, einen Beruf, eine Verantwortung. Aber wir sind keine Kinder mehr. In der Regel wissen wir, was wir tun oder tun wollen und können. Und was fern jeder Vernunft ist.
Ich versuche tagtäglich, mich nicht kontrollieren zu lassen. Denn wenn ich andere über mich bestimmen lasse, versinke ich, so empfinde ich das, in Melancholie und Konformismus. Ich unterdrücke dann mein wahres Ich und lasse zu, dass ein Schein-Ich an seine Stelle tritt. Kurz mag das gutgehen, aber nicht auf Dauer. Denn niemand kann auf lange Sicht nicht er selbst sein, ohne zum fremdgesteuerten Zombie zu werden, der nur die Erwartungen anderer erfüllt.
Soll heißen: Ich habe mit meinen Eltern und mit Jimmy gesprochen – und auch mit meinen durch sie aufgekommenen Ängsten. Ich habe versucht, die Situation realistisch einzuschätzen und bin dann um den See gejoggt.
Ehrlich: Es war großartig. Mit jedem Schritt, den ich lief, erfüllte mich eine innere Zufriedenheit, wie ich sie lange nicht gespürt habe. Eine Ruhe. Ein Glückseligkeit. Und auch ein Hauch von Stolz, weil ich ich war. Und wisst ihr was? Ich war auch gar nicht der Einzige auf der Runde. Mir kam ein Obdachloser mit seinem Wagen entgegen – der hat nett gegrüßt. Ich habe eine Joggerin getroffen – sie hat wissend und freundlich genickt. Und – jetzt kommt etwas Magisches – als ich an einer Stelle war, die tatsächlich etwas düster und unheimlich war, hörte ich plötzlich Musik. Schöne Musik.
Ich bin den Lauten gefolgt – und stand plötzlich in einer Gruppe von vielleicht 15 anderen Zuschauern, die ebenso fasziniert geguckt haben, weil sich mitten in der Nacht mindestens dreißig Leute zum Musizieren und Singen eingefunden haben. Direkt am See.
Lange habe ich nicht zuhören können, obwohl die Musik das Herz aller Anwesenden erfüllt hat. Denn wie gesagt – es war arschkalt. Aber sicher fünf Minuten noch begleiteten mich die wundervollen Laute der Musiker, die über den See getragen wurden, auf meiner weiteren Runde, die mich nicht nur um die See führte. Sondern auch ein kleines Stückchen weiter auf dem Weg zu mir selbst.
Ich wünsche euch einen herrlichen Mittwoch! Die Sonne scheint schon wieder; macht was draus!
Euer Tommy

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Samstagmittag, Sonne, Gartenzeit. Also riss ich meinen Mann vom Computer weg, drückte ihm die Säge in die Hand und nahm ihn mit nach draußen. Wie bestellt und nicht abgeholt stand er dort. Und wisst ihr, was er dann als erstes zu mir sagte? „Wir müssen vorher in den Baumarkt! Eine Elektrosäge kaufen.“
Ich schmunzelte nur milde und drückte ihm noch mal die Säge in die Hand. „Für irgendwas muss das Fitnessstudio doch wohl gut sein!“
Und dann ging es los. Zwar nörgelte mein Männeken zuerst ein wenig, doch je länger wir dabei waren, umso mehr Spaß hatte er. Ruck, zuck hatten wir alle Bäume geschnitten und auch die Sträucher wieder in Form gebracht. Tschakka! Gute Teamarbeit!
Doof nur, dass die schlimmste Arbeit da noch vor uns lag: das Entsorgen der Äste. Aber wir kennen das. Ohne Anhänger und Transporter bleibt uns stets nur eines übrig – alles kleinschneiden und dann nach und nach zum Reisig-Sammelplatz zu fahren. Doch was soll’s? Ein, zwei Stunden – und das Zeug ist weg!
Nicht so dieses Mal. Denn da schoss mein Mann mal wieder echt den Vogel ab. Gerade als wir mit dem Kleinschneiden beginnen wollten, rief er freudig: „Jetzt muss ich wirklich in den Baumarkt! Ich kaufe einen Häcksler!“ Und so fragend ich ihn auch angesehen hab’ – er bestand darauf: Er brauchte einen Häcksler. Also düste er los, und ich ahnte Schlimmes. Und so war’s dann auch.
Stolz wie Bolle stand er 30 Minuten später vor mir. Einen Häcksler in der Hand. Doch Leute, das Teil war so klein, dass ich auf Anhieb sah, dass da nicht ein einziger Ast reinpasste.
Ich: „Duuuu, ich glaube, damit kriegst du nichts klein!“
Er: „Wiiiieso?“
Ich: „Er ist zu klein!“
Er: „Nein.“
Und schon machte er sich an sein Werk. Ha ha, ich hab’ mich totgelacht. Denn natürlich passten da nur Ästchen rein, die die Dicke eines Schaschlikstäbchens hatten. Aber weil das Ding jetzt nun mal da war, machte er weiter und weiter und weiter …
Vier Stunden später hatte er vier Schaschlikstäbchen-Ästchen klein gehackselt! Und: Die gesamte Nachbarschaft guckte genervt aus ihren Fenstern, denn das olle Dinge machte einen Heidenlärm. Doch jetzt wollte es mein Mann erst richtig wissen. Bis es dunkel war stand er draußen und schob ein Mini-Ästchen nach dem nächsten in sein Gerät. Um 19 Uhr dann sah er sich endlich einmal um: Der ganze Garten war noch voll von dicken Ästen und von Sträuchern. Tja, und das ist er auch noch jetzt. Denn der Gute bestand darauf, alles (!) durch das Teil zu jagen.
Also wenn ihr die nächsten vier Monate nix mehr von dem Süßen hört, wisst ihr, was er macht: Schaschlik-Stäbchen klein häckseln. Ach, er ist halt echt ein Unikat …
Eine schöne Woche wünsche ich euch
Euer Tommy

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Seine Träume verwirklich. Ausbrechen aus dem Alltag. Neues erleben. Etwas wagen. Freiheit spüren. Genau das planen Freunde von mir gerade. Applaus! Sie wollen alle europäischen Länder mit unserem historischen Audi 80 zu besuchen.
Im Vordergrund stehen dabei Weltoffenheit, Verständigung und Respekt vor dem Fremden – Werte, die alle großen Kulturen und Gemeinschaften vereinen. Ich finde das spitze, und ihr vielleicht auch? Guckt doch mal rein in den Reiseblog und hinterlasst ein „Gefällt mir“. Würde mich freuen!
https://www.facebook.com/pg/euroaudi/about/

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Kennt ihr diese intimen Momente, auf die man im Nachhinein liebend gern verzichten würde? Ich hatte am Wochenende, nach dem Boa-Konzert, einen solchen Moment. Denn ich hatte einen flotten Vierer. Mit meinem Mann, meinem besten Kumpel und eben einem Vierten. Einem Unbekannten. Einem Taxifahrer.
Gut gelaunt und auch nicht allzu alkoholisiert sind wir drei in seinen Wagen gestiegen, und nachdem wir unser Ziel – ein Kaff am Ortsrand – genannt hatten, ging die flotte Vierer-Fahrt los, die er offensichtlich unter das verheißungsvolle Motto „Alles kann, nichts muss“ gestellt hatte. Denn es KANN schon sein, dass es irgendwo auf der Welt noch jemanden außer ihm gibt, der gerne diese Art von Techno hört, der ich mich fragte, ob der Verstand schon vor oder erst nach dem Einschmeißen der Pillen weggeflogen ist. KANN schon sein, MUSS aber nicht. Und es KANN auch sein, dass es Menschen gibt, die nicht einmal ein Hallo, ein Danke-fürs-Trinksgeld oder ein Tschüssi für angebracht halten; MUSS es aber nicht. Und natürlich KANN es ebenfalls sein, dass es den einen oder anderen gibt, der es als Mitfahrer liebt, mit angelaufenen Scheiben und quietschenden Reifen um die Ecke zu sausen, um dann in einer 50er-Straße mit quälend lahmen 30 Sachen durch die Gegend zu nuckeln. MUSS aber nicht.
Also … ich fahre nicht gerne Taxi, denn ich empfinde das Zusammensitzen in dem Wagen stets als sehr intim. Und für mich ist es in der Regel eine Intimität, die ich mir gar nicht wünsche, der ich mich aber nicht entziehen kann. Wenn ich aus einem Taxi steige, überkommt mich jedes Mal ein befreiendes Gefühl. Auch wenn der Fahrer oder die Fahrerin nett gewesen ist.
Zu viele Gefühle, die man mit einem Fremden in einem fremden Wagen auf engstem Raum und in einer engen Zeitspanne teilt. Aber wahrscheinlich mache ich mir einfach immer nur zu viele Gedanken. Selbst nach einem supi Konzert mit supi Leuten.
Wünsche euch eine tolle Woche, die hier bei uns gerade mit strahlendem Sonnenschein beginnt. Freu!
Euer Tommy

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Ich treib’s aber auch wirklich ganz schön bunt zurzeit. Stellt euch vor, den morgigen Freitag habe ich mir schon wieder freigenommen. Leisten kann ich mir das eigentlich nicht. Aber ich tue’s trotzdem. Ätsch!
Grund ist erneut ein Konzert. Ich fahre in meine alte Heimatstadt. Werde meine Eltern sehen … und das Haus, in dem ich aufgewachsen bin … und meinen besten Freund, den ich seit der zehnten Klasse kenne – also laaaange schon. Kinder hat er mittlerweile. Zwei, um genau zu sein. Und auch, wenn wir mittlerweile in zwei doch recht unterschiedlichen Welten leben, so fühlen wir uns doch sehr verbunden; und das ist es, was am Ende zählt.
Was ich aber eigentlich erzählen wollte, ist, dass wir abends Phillip Boa sehen.
Kennt den Sänger jemand? Ist so ein Indie-Rock-Urgestein aus den 80ern. Ein zum Glück unverbesserlicher Gegen-den-Strom-Schwimmer. Und vor allem macht er Musik, zu der man hammer pogen hat. Und Pogo tanzen, gehört für mich zu dem Befreiendsten überhaupt. Oh Mann, wie ich das liebe. Vor allem das Slammen.
Okay, okay, ich weiß – das muss ich wohl erklären. Aber ihr habt das sicher schon einmal gesehen. Beim Slammen versammelt man sich vorne vor der Bühne, und dann, wenn die Musik so richtig abgeht, geht’s auch dort so richtig ab. Man stößt diejenigen, die neben einem stehen, von sich. Man schubst sich gegenseitig, rempelt sich an und wirft sich gegenseitig quer über die Tanzfläche. Für Außenstehende, also für die Hintenstehenden sieht das Ganze oft wie eine riesige Massenschlägerei aus. Doch wie so oft im Leben: Der Scheint trügt. Denn so wild und ungehemmt die Bewegungen dort vor der Bühne auch sind – niemand will den anderen verletzten. Alle achten aufeinander. Alle fangen sich auf und sehen zu, dass keiner stürzt. Und wenn es einen doch einmal von den Beinen holt und man stürzt, sind auf der Stelle Hände da, die einem wieder hochhelfen.
Das Gefühl, das ich beim Pogo habe, ist – ich merke es gerade – schwer zu beschreiben. Sich mal völlig gehen lassen, schwitzen, raufen, klatschnasse Haare und keine Frisur mehr haben, sich mit völlig Fremden für einen Tanz lang ganz verbunden fühlen, frei sein, Leben spüren …
Ich weiß, das ist womöglich schwer zu verstehen. Und meine Mutter wird, wenn sie das hier liest, sicher wieder mit dem süßen Köpfchen schütteln – und ihr tut das vielleicht auch –, aber das ist ja das Gute: Jeder von uns tickt anderes. Jeder ist auf seine Weise ganz besonders.
Ich wünsche euch ein erlebnisreiches und befreiendes Wochenende
Euer Blaue-Flecken-Sammler Tommy

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Kennt ihr diese Momente, die ihr einfach nicht mehr missen wollt? Zurzeit hält jeder Morgen einen solchen Moment für mich bereit. Und zwar, wenn ich spüre, dass mein Hintern langsam heiß wird. Oh Mann, wie sehr ich das doch liebe! Wenn mich die Hitze nach und nach durchflutet und mich entspannen lässt, dann drehe ich erst mal richtig auf und lasse mir die volle Dröhnung verpassen: Sitzheizung plus „normale“ Heizung. Letztere drehe ich – ich habe eben gerade einmal darauf geachtet – auf 29,5 Grad. Höchststufe. Mega-Gebläse; Hyper hyper! Auf die Füßchen und auf den Körper! Und die Hände halte ich, sobald ich an einer Ampel stehe, auch noch an die Lüftungs-Lammelen. Yeah! Gib’s mir, liebe Heizung!
Normal ist das nicht; ich weiß. Aber ich habe im Winter morgens so tiefgefrorene Extremitäten, dass ich das brauche, um irgendwie aufzutauen. Ohne diese morgendliche Sauna-Alternative und mein anschließendes, heißes Glas Tee würde es ewig dauern, bis ich meine Fingerchen bewegen und am Roman oder an meinem Posting (weiter-)schreiben kann.
Mein Mann kriegt, wenn er mal mitfahren muss, regelmäßig die Krise. Und mein Hund auch – der guckt mich immer an, als würde er mir vorwerfen: “Hallo? Ich bin doch kein Afrikanischer Nackthund. Ich trage Pelz! Alder … mir ist heiß!”
Aber sorry, da müssen beide durch. Also wenn ihr morgens gegen 9.30 Uhr mal einen verschwitzten jungen Mann mit einem hechelnden süßen Hund, dem die Zunge aus dem Maul hängt, aus einem schwarzen, ungewaschenen Auto steigen seht, dann wisst ihr: Das sind meine beiden überhitzten Jungs, bei denen ich mich hiermit ganz offziell für mein egoistisches Verhalten im morgendlichen Höllenfahrzeug entschuldige … doch ich kann einfach nicht anders 🙂
Wünsche euch eine gute Woche, in der ihr hoffentlich nicht bibbern müsst.
Euer Tommy

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Nein, ich bin kein Faschingsmensch. Und ich musste lange in den noch immer auf dem Fußboden verstreuten Fotoalben suchen, um das Foto hier zu finden. Aber beim Thema Fasching, der hier im Ländle gerade im vollem Gang ist, fiel mir heute Morgen die letzte Party, zu der ich eingeladen war, ein.
Also das war so. Ich war auf einer dieser Stehpartys eingeladen. Und was tut man so auf einer Stehparty? Yepp, dumm in der Gegend rumstehen, mit dem Fuß wackeln und an seinem Sekt nippen. Also ich zumindest tue genau das auf diesen Stehpartys, bei denen die ohnehin schon einlullende Cocktailmusik so leise aus den Boxen kommt, dass ich mich am liebsten mit ’nem Hörrohr – und ’nem Maß Bier statt ’nem Sekt vor die Box setzen würde.
Ich weiß auch nicht, aber mein Ding ist das nicht. Am liebsten würde ich bei so ’nem Abend einmal durch die aufgereihten Herrschaften hüpfen und einem nach dem anderen den Stock aus dem Hintern ziehen, meine Metal-Musik aufdrehen und jeden mal die Füßchen kitzeln. Aber das tue ich natürlich nicht. Stattdessen bemühe ich mich um Konversation … Nur wo fange ich am besten an?
Ah da, die Braunhaarige! Eine Frau! Jippie! Frauen gehen immer. Oder meistens. Also watschel ich mit meinem Sektchen rüber zu dem Schmuckstück. „Kuckuck!“, sage ich – oder so was Ähnliches. Und dann geht’s auch schon los. Booooaaaah, ohne Punkt und Komma labert mir die Gute voll das Schnitzel an die Backe. Das ist jetzt wirklich nicht mal übertrieben – ich glaube, innerhalb von zwei Minuten kommt sie von ihrem Freund, der, wie sie sagt, ein „natural born actor“ ist, über Shower-Gels und Zauberkästen auf ihre Bankirai-Terrasse zu sprechen, äh, zu monologen.
Luft holen, denke ich und schütte mir vor Schreck erst meinen Sekt auf ex in den Hals, und dann stelle ich mir vor, wie ich mich transformiere oder ich mir ’ne Maske aufsetze.
Tommy, du verwandelst dich jetzt einfach in was anderes; das wird sie aus der Quasselbahn werfen. Sagen wir mal in … ja, in was denn? … In einen Brokkoli.
Schwupps, bin ich ein Brokkoli; die Rolle kenne ich schließlich schon.
Doch Pustekuchen? Die Smalltalk-Labertasche labert einfach weiter. Die sieht nicht mal, dass meine Transformation geklappt hat, dass sie nun mit ’nem grünen Brokkoli-Männchen spricht.
Und da wird es mir bewusst. Nicht ich trage eine Maske. Sondern sie. Dieses ganze Heiße-Luft-Gequake ist eine Maske, die sie trägt, um nicht der Mensch sein zu müssen, der sie wirklich ist. Den Grund dafür kenne ich nicht. Schutz? Unsicherheit? Ich weiß es nicht. Und um ehrlich zu sein, in diesem Fall ist’s mir auch egal. Aber was ich zu wissen glaube, ist: Dass wir durchaus ab und zu mal eine Maske aufsetzen dürfen. Um uns zu schützen, um ein anderer zu sein, um uns selbst zu hinterfragen. Aber sich auf Dauer hinter einer zweiten Haut zu verstecken? Statt in die Richtung zu gehen, in der wir uns selbst gerne sehen würden? Ich empfinde das als genauso traurig wie die Vorstellung, dass das ganze Jahr lang Fasching wäre.

Euch ein schönes, erholsames Wochenende mit möglichst wenigen Momenten, in denen ihr euch unwohl fühlt.

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