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So was! Da philosophiere ich gestern noch über die Endlichkeit des Lebens – schon steht der Sensenmann heute Nacht vor meiner Haustür. Ein fieser, hinterhältiger Typ. Okay, seinen Look mag ich. Echt cooles schwarzes Outfit! Aber ich schweife ab … Jedenfalls stellt mich der finstere Geselle skrupellos auf die Probe: Schafft’s der Tommy noch mal, oder geht er über die Wupper?
Ich befürchte fast: Letzteres. Echt! Ich sterbe … Meine Nase ist verstopft.
Nein, ich bin nicht wehleidig (hey, ich bin ein harter Kerl!), und ich gehöre auch nicht zu denen, die bei jedem Wehwehchen zu Hause bleiben – ich bleibe IMMER zu Hause, schließlich arbeite ich von dort.
Und beklage ich mich? Nie. Nur, wenn meine Nase verstopft ist.
“Boah, du nervst! Atme einfach durch den Mund”, schimpft mein Mann. Kann ich nicht. Ich muss verdammt noch mal durch die Nase atmen. Sonst drehe ich am Rad. Also greife ich zur Einstiegsdroge. Zum Nasenspray.
Stopp! Bevor ihr mich jetzt warnen wollt – “Das kann zu schweren Nasenschäden führen!” – und mir das Spray aus der Hand reißt: Ich weiß das alles. Ich will nichts schönreden, kenne die Fakten. Und dazu noch rückt meine Apothekerin der Zeugs so ungern raus, dass es mir jedes Mal vorkommt, als würde ich Crystal meth von ihr verlangen.
“Liebe, liebe Apotheker-Dealer-Frau! Ja, ich schwöre hoch und heilig, das Spray nur eine Woche zu nehmen! Und ich werde es auch nicht als Partydroge unters Volks bringen. Großes Tommy-Ehrenwort. Alles kein Thema. Aber jetzt sofort her mit dem Stoff, oder ich schieße!”
Meine Drohung hat geholfen; die Frau in Weiß hat sich mit einem mitleidigen Blick breitschlagen lassen. Danke! Danke! Danke! Denn alles andere – inhalieren, Nasendusche, Schnüffel in gebrauchte Socken halten 🙂 – macht mir nur ‘ne rote, fette Nase und hilft nix. Und wenn nix hilft, sterbe ich.
Wünsche euch – schnief, schnief – einen schicken Mittwoch und ein befreites Durchatmen!
Euer Tommy

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Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Das habe ich gedacht, als ich am Wochenende das erste Mal unser Patenkind im Arm hatte. Wahnsinn, welche Macht solch ein Krümel hat! So ein Winzling – und doch macht es die kleine Schwester meines Manns zur Mutter und deren Freund zum Vater. Auf den neugeborenen Winzling konzentriert sich plötzlich alles. Wie aus heiterem Himmel ist seinen Eltern keine Anstrengung mehr zu viel. Okay, die beiden sehen wegen des Schlafmangels zwar aus wie Zombies aufs Speed, und ihre Wohnung ist mehr Chaos als Chill-out-Zone – doch wie selbstverständlich sind die zwei für die Kleine da. Ja, jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.
Mich erinnert der Anfang aber auch die Endlichkeit des Lebens. Ob wir’s nun verdrängen oder nicht: Alle sind wir sterblich.
Klar – das wissen wir. Doch nur zu gern verdrängen wir einen kleinen, aber entscheidenden Aspekt in diesem Wissen. Nämlich, dass wir nicht nur einmal sterben müssen, sondern dass wir Wesen sind, die jederzeit sterben können. Heute. Oder Morgen. Oder erst in fünfzig Jahren.
Keine Sorge, kleine, süße Nichte – du wirst sicher hundert Jahre werden! Deine Patenonkel haben ein gutes Wort für dich eingelegt. Du wirst das Leben rocken! Aber auch du wirst eines Tages sicher an dem Punkt des Lebens stehen, an dem ich gerade stehe: Menschen, die ich liebe, sterben. Die wunderbare Mutter meines Mannes. Meine Oma. Mein Onkel. Meine Gassi-geh-Freundin. Und neue Menschen, die ich lieben werde, kommen zur Welt. So ist das. Der Tod ist Teil unseres Lebens. Und nur, wenn wir die Endlichkeit – die eigene und die unserer Lieben – annehmen, können wir uns auf das konzentrieren, was wirklich zählt: auf das Leben. Nur dann hangeln wir uns nicht von einer Serien-Staffel zur nächsten; nur dann lenken wir nicht all unsere Aufmerksamkeit von Medien-Ereignis zu Medien-Ereignis; nur dann machen wir unser Glück nicht von der Anzahl der Tragetaschen abhängig, die wir nach dem Shoppen in den Händen halten. Und nur dann fragen wir uns am Ende nicht, was wir all die Jahre eigentlich gemacht haben und wo die Zeit verdammt noch mal geblieben ist.
Ich wünsche euch einen schönen Dienstag mit achtsamen Momenten!
Euer Tommy

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Mein Mann, der Scherzbold, hat am Wochenende wieder mal den Vogel abgeschossen. Fast im wahrsten Sinn des Wortes.
Nein, Piepmätze vom Himmel holen war er nicht, keine Sorge. Stattdessen war er Stofftiere jagen. Im Baby-Fachgeschäft. Wir haben nämlich Nachwuchs in der Family. Wir sind Patenonkel. Und was bringt man dem Schnuckelchen beim ersten Mal mit? Na, klar – was Plüschiges.
“Ich besorg was Süßes”, meinte er und kam dann auch ganz stolz mit einem kuscheligen Vögelchen zurück. “Knuffig, gell?”, strahlte er so glücklich, dass ich mir das Teil – zu meiner Schande – gar nicht so richtig angesehen, sondern mich einfach mitgefreut habe.
Am Samstag dann die Übergabe. Wie die zwei heiligen Könige brachten wir dem Kindchen unsere Gaben. Und erst kam das süße Vögelchen mit seinem gelben Schnabel ja auch prima an. Bis das Teil kopfüber auf dem Nachwuchs lag. Denn wisst ihr, wie das Ding da plötzlich ausssah? Ui jui jui, ich trau’s mich gar nicht, zu schreiben. Aber es war eindeutig: Die zwei Kulleraugen, der steile Schnabel … Echt Leute, vor uns lag mit einem Mal ein Plüschschniedelchen, aber ein ganz aufgeregtes. Ihr könnt euch vorstellen, wie mit einem Mal die Augen aller Anwesenden groß wurden … ehe das große Lachen losging.
Aber Gay-Romance-Haushalt hin, Gay-Romance-Haushalt her – ich schwöre: Das hat mein Mann beim Kaufen nicht gesehen. Nein, es war keine Absicht, es muss wohl im Blut liegen.
Also, meine Lieben, wenn der Tommy oder sein Göttergatte euch jemals ein Stofftier schenken sollte – guckt genau hin, ehe ihr euch das süße Teil aufs Sofa setzt und euer Besuch sich dann heimlich Gedanken macht, mit welcher Ferkelei ihr da denn wohl kuschelt.
Wünsche euch eine kuschelige Woche!
Euer Tommy

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Jeden Tag aufs Neue krieg’ ich die Pimpernellen. Da kann ich noch so gechillt sein. Nützt nix. Sobald die Warnung aufpoppt, geht mir der Hut hoch. Grrh, dieser verdammte Hinweis … den ich natürlich immer erst sehe, wenn ich schon losgefahren und mitten im Straßenverkehr stecke.

“VERSUCHEN SIE NICHT,
DAS GERÄT WÄHREND DER FAHRT ZU BEDIENEN!”

Sapperlot! So ein Stuss, werter Auto-Hersteller! Denn jetzt, wo der Warnhinweis dort am Autoradio blickt, kann ich gar nicht anders, als das Autoradio zu bedienen, – wenn ich nicht will, dass mir das ständige Aufblinken den letzten Nerv raubt. Oder wenn ich Musik hören will – was ich definitiv will.
Also fummel ich beim Fahren jedes Mal an diesem gottverdammten Touchscreen ‘rum, bis das olle Teil endlich nachgibt und den Warnhinweis wieder ausblendet und mich in Ruhe Radio hören lässt. Wetten, dass der Warnhinweis mehr Unfälle verursacht, als dass er welche verhindert?
Klar, das machen die Hersteller aufgrund der verrückten Millionen-Klagen in Amerika. Dort bekam ja mal eine Frau 640.000 Dollar Schadensersatz, weil sie sich im McDonald’s ‘nen Kaffee geholt und sie sich das sauheiße Zeug im Auto über die hübschen Beinchen geschüttet hat.
Und Käufer von Kinderwagen bekommen in den USA in der Gebrauchsanweisung zu lesen: “Vor dem Zusammenfalten unbedingt das Kind herausnehmen!” Kein Witz! Dummbirnen der Welt seid wachsam!
Zu bescheuert. Mich regt dieser beknackte Warnhinweis in meinem Auto mega auf. “Versuchen Sie nicht, das Gerät während der Fahrt zu bedienen”? Ha ha.
Fehlen nur die Hinweise: “Fluchen Sie nicht beim Fahren, sondern seien Sie ein anständiger Christ”, “Lackieren Sie sich an der roten Ampel nicht die Fußnägel. Und schon gar nicht rosa!” Und: “Gucken Sie sich im Stau keine schmutzigen Filmchen an.” Schon klar, Leute…
Ich wünsche euch einen tollen Tag.
Und einen Warnhinweis hab’ ich noch für euch: Versuchen Sie nicht, dem Tommy zu sagen, was er zu tun und was er zu lassen hat!
Herzlichst, Euer Tommy
PS: Wünsche euch schon mal ein schönes Wochenende; ich bin morgen familymäßig in Beschlag genommen

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Ui, jui, jui, bin ich heute Morgen müde!
Kein Wunder aber auch – letzte Nacht hab’ ich mich absichtlich zwei Mal von meinem Handy wecken lassen. Nee! Nicht, weil ich einen frühen Flieger kriegen muss und auch nicht, um meinen sexy Nachbarn dabei zu beobachten, wie er sich nächtens bei nicht runtergelassenem Fensterrollo einseift, duscht und fertig macht, um zur Frühschicht zu fahren. Der Grund ist einfach folgender: Weil man das heute so macht.
Echt, Leute. Einer von fünf Jugendlichen lässt sich jede Nacht von seinem Handy wecken, um kurz mal zu checken, was in den sozialen Netzwerken so geht. Und da dachte ich so: Wenn das heute so üblich ist, mach’ ich das halt auch mal.
Okay, okay, ich geb’s zu – ihr habt mich beim Lügen erwischt … Tommy-Nase wachse … Nein, das hab’ ich natürlich nicht gemacht. Denn ich mag zwar speziell und ein seltsamer Typ sein, doch so einen an der Waffel hab’ ich nun auch wieder nicht.
Aber ich bin ja auch schon lange kein Teenie mehr. Und die Kids tun das nämlich aus der Angst heraus, aus dem Freundeskreis ausgeschlossen zu werden.
Ich verrat euch jetzt mal was: Ich bin froh, dass das mit dem Freunde-Sein zu meiner Zeit noch ganz anders ablief: Entweder man mochte sich, oder man fand sich scheiße. Oder man musste sich arrangieren, weil der beste Freund (PS: der heimliche Schwarm!) die strunzdumme Blondine aus der 9 a nicht ganz so scheiße fand wie man selbst.
War auch nicht immer einfach, damals. Aber zumindest konnte man nachts pennen oder irgendwas anderes tun, was Spaß macht.
Wünsch’ ich einen schönen Tag mit ausgeschlafenen Impulsen und Ideen!
Habt euch wohl – ich hab’ euch lieb.
Euer Tommy

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Ihr könnt euch nicht vorstellen, was ich vorhin in meinem virtuellen Briefkasten hatte. Fan-Post. Von ‘nem männlichen Verehrer. An für sich voll toll (“Hey, Tommy, jetzt kriegst’e auch schon Liebesbriefe”).
Und der Text war auch ganz … nun, sagen wir mal, neutral: “Du bist nett, Tommy. Mal Lust?”
Das wirklich Besondere war das Bild. Ich scrolle runter, und schon springt es mir ins müde Morgen-Auge. Ein nacktes Pilzchen. Also ein aufgeregtes, sein Köpfchen nach oben streckendes Pilzchen. Ohne Mützchen. Also ein … Ihr wisst schon, was ich meine.
Da frage ich mich doch: Denkt der Absender allen Ernstes, mir könnte beim Ansehen Folgendes durchs Hirn schießen: “Wow. Guck mal da, Tommy! So was hast du ja noch nie gesehen. Und wie hübsch sie doch aussieht, die nervöse Schniedelwutz. Och ja – in den Typ könntst’e dich glatt verlieben. Ja, lass mal treffen, Alder!”
Hallo? Okay, es mag ja durchaus Situationen geben, in denen so ein Anblick nicht der übelste ist. Aber als Kontaktaufnahme? Äääähn, so wirklich schön ist so ein völlig aus dem Kontext gerissener Lörres nun auch mal wieder nicht. Schon gar nicht, wenn er, wie in diesem Fall eine Nahaufnahme von der roten Rübe ist und einem medizinischen Bild aus einem 70er-Jahre-Krankheitslexikon gleicht (“Mama, ist das ansteckend?”).
Und schön präsentiert ist der werte Herr Kollege selbstverständlich auch nicht. Schlüpfer runter, Bild gemacht, fertig. Wo bleibt die Fantasie, Männer? Die Deko? Wenn im Hintergrund wenigstens ein romantischer Sonnenuntergang wäre. Oder eine Tasse Kaffee mit Sahne und Kakao. Aber nix da. Einfach nur das blanke Elend. Brrrh!
Und das war jetzt schon das zweite Mal, dass mich ein Tommy-Fan so bezirzen wollte. Jungs, ob ihr’s mir glaubt oder nicht: Klappt nicht! Nö, nö. Klappt auch nächstes Mal nicht!
Da hole ich mir eher den Ekel und schreibe nie, aber auch wirklich nie, nie wieder auch nur eine schwule Liebesszene.
Aber vielleicht muss ich auch in diesem Punkt einfach an mir arbeiten. Vielleicht macht man das heut’ so, wenn man jemandem sagen will, dass er eine nette Person ist.
Vielleicht bringe ich Tante Gudrun das nächste Mal, wenn wir uns sehen, statt Blumen auch einfach mal ein Lümmel-Selfie mit …
Wünsche euch einen ästhetischen Dienstag!
Euer Tommy

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Soll ich euch mal was verraten? Heute ist “Blue Monday” – der traurigste Tag des Jahres. Heißt es. Anhand einer Formel will man das berechnet haben. Eine Rolle spielen dabei die nachweihnachtliche Schwermut, bereits wieder gebrochene Vorsätze – z.B. Sport treiben, mit dem Rauchen aufhören, mehr Sex haben -, die Sicherheit der Arbeitsplätze und das arme, ständig gedisste Winterwetter, das sich so schlecht wehren kann.
Also ich hatte gestern zwar keinen Blue Monday. Aber einen Crazy Sunday. Mal war ich himmelhoch jauchzend, mal zu Tode betrübt. Und ständig dieses Überlegen. Links oder rechts? Alles oder nichts? Vollgas geben oder bremsen? Herz oder Kopf? Mega glücklich oder total down? … Puh!
Aber wisst ihr was? Heute weiß ich wieder, dass es nicht nur “entweder oder” gibt. Nicht nur “richtig oder falsch”. Manchmal liegt der beste Weg halt echt einfach in der Mitte. Manchmal hilft es, erst mal nur den nächsten Schritt zu gehen und sich dann von dem, was weiter geschieht, überraschen zu lassen. Auf den Lauf der Dinge vertrauen. Dem Leben vertrauen. Und sich selbst vertrauen.
Eines ist jedesfalls klar wie Klößchenbrühe, ihr Lieben: Das Leben bleibt spannend. Und es steckt voller toller Möglichkeiten. Auch an diesem Blue Monday, der mit Sicherheit nicht der traurigste Tag des Jahres wird. Denn – geht’s noch? – das lassen wir nicht zu, gell? Ich für meinen Teil setz’ mir jetzt ‘ne Clownsnase auf und grinse blöde vor mich hin. Ätsch!
Wünsche euch einen fröhlichen Wochenstart!
Euer Grinse-Rotnasen-Tommy

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Update aus meinem Fitness-Studio. Ich war gerade dort, und, ey, da verrät der Opi mit dem steifen Kreuz mir doch glatt, dass auch er Bücher schreibt – ganz neues Genre: Rücken-Romance. Lol! – und dass er schon längst mehr Likes auf seiner Facebook-Autorenseite hat als ich mit meinen armseligen 200 und irgendwas.
Zwinker, zwinker.
Also ihr Lieben – der Tommy würde sich ganz dolle freuen, wenn ihr eure Fingerchen mal eben kurz auf meine Autorenseite wandern und auf “Gefällt mir” klicken lasst. Daaaaanke. PS: Ich poste dort verschwindend wenig. Also keine Sorge – es gibt kein Tommy-Spam!
Hier der Link!
https://www.facebook.com/TommyHerzsprungAutor/?fref=ts

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Ich liebe den Schwarzwald. Nicht ohne Grund zieht mich nichts mehr von hier weg. Die Berge sind Hammer, der Mummelsee hat was Uriges, und selbst die Kuckucksuhren sind – wenn ich die Spießigkeit kurz ausblende – echt ganz knuffig. Aber jetzt kommt das kleine Aber: Aber mit der Gay-Erotik hapert’s ganz gewaltig hier.
Ich sage nur: Fitness-Studio. Boah, was war das früher, als ich noch in Münster oder Hamburg lebte, jedes Mal ein Schwulen-Eldorado. Nun will ich euch ja nicht allzu sehr die Nase lang machen, aber oh la la … Vergesst meine Romane, lächelt müde über “Queer as folk” – was dort an Testosteron in der Umkleidekabine lag, übertraf echt jede Fiktion. Man(n) übertreibt ja gerne mal, aber ich glaube, ich greife nicht zu hoch, wenn ich sage, dass dort zwei von drei Typen schwul und verdammt sexy waren.
Hier, im Schwarzwald, sind in meinem Fitness-Studio zwei von drei Typen über 65. Und so steht der Tommy da tagtäglich zwischen weißen Feinripp-Schlüpfern und lauscht Gesprächen wie dem Folgenden:
“Und Hans? Steifer Rücken, was?
“Ja, ja. Was soll man machen…”
“Du sagst es. Also früher war ‘was andres steif…”
Jetzt ist’s nicht so, dass ich es nicht cool finde, dass die alten Herren so agil sind. Richtig super finde ich das sogar! Nur bitte, bitte lieber Gott, schick mir ab und zu auch mal etwas Knackiges vors Auge. Ich schwöre dir, ganz brav zu sein und nur zu gucken. Aber bitte, bitte habe Gnade! Die Lektion, dass die Schwerkraft eines Tages auch bei mir zuschlagen wird, hab’ ich längst gelernt. Dass die Glocken länger werden als der Strang, auch. Und dass dazu die Haare dann nur dort noch sprießen, wo sie es nicht sollen, erst recht! Also komm schon, Gott, zeig dich milde. Beende deine Schwarzwald-Strafe; gib mir Futter für die Augen!
Doch wisst ihr was? Der gute Mann im Himmel denkt gar nicht daran. Scheckig lacht er sich über mich.
Doch ich lasse nicht locker. Und wenn er nicht nachgibt, der Herr Gott, dann kauf ich mir eine riiiiiesen Kuckucksuhr, reiße diesen ollen Vogel raus und klebe stattdessen einen riiiiiesen Sexgott mit meeeeega Muckies und einem meeeeega Piephahn drauf.
Schönes Wochenende euch!
Habt euch wohl, ich hab euch lieb.
Euer Schwarzwald-Tommy

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Kennt ihr das Turnbeutel-Vergesser-Feeling? Ich konnte als pubertierendes Etwas echt ein Lied davon singen. Oh, wie ich es als Schüler gehasst habe, meine Sportsachen zu vergessen! Denn dann wurde ich immer dreifach bestraft. Erstens gab’s dolle, dolle Schimpfe und ‘nen negativen Eintrag. Zweitens musste ich trotzdem am ollen Sportunterricht teilnehmen, und drittens musste ich hierfür die Turnsachen-Vergesser-Notfall-Sachen anziehen, die der Lehrer bei sich in der Kabine hortete. Allein, wenn ich daran denke, kriege ich heute noch die Krätze; die Sachen haben gestunken … Echt, ich glaube, die wurden nie, nie, nie gewaschen. Aber das war nicht mal das Schlimmste. Nein, das Schlimmste war, dass ich in den XXL-Klamotten aussah wie ein Schlumpf im King-Kong-Dress. Kurz: Ich habe mich klein und scheiße gefühlt.
Genau wie am Montagmorgen. Da hatte ich meinen ersten 2017-Termin bei der Hunde-Physiotherapeutin. 11 Uhr.
11.01 Uhr war ich dort – und stand vor verschlossener Tür. Komisch, denke ich so, und klopfe sachte. Prompt taucht der Kopf der Therapeutin neben mir im Fenster auf. Aber Hilfe! Die Gute scheint vom Teufel besessen zu sein. Zornig funkelnde Augen leuchten mich an. Die Haare stehen übelst ab. KRASS! Ich sage nur: “Der Exorzist” lässt grüßen …
In der nächsten Sekunde reißt sie die Tür auf, und ich will gerade freundlich “Guuuten Mooorgen! Frohes neues Jahr noch!” sagen, da klopft sie wie eine Irre auf ihre Armbanduhr und flucht erbost: “Eine Stunde und eine Minute zu spät! Termin ist weg!”
Hä? Irritiert sehe ich in meinem Handy nach. Und lese: “Physiotherapie. 11 Uhr.” Ganz eingeschüchtert zeige es ihr es. Aber sie macht nur eine abfällige Geste – soll heißen: papperlapapp! – und haut mir einen neuen Termin um die Ohren.
Missmutig gehe ich also stattdessen ins Fitness-Studio. Und da ist es dann, das Turnbeutel-Vergesser-Feeling. Ich fühle mich klein und scheiße. Ich bin wütend. Ja, auch ein bisschen verletzt, weil sie mich nicht hatte meine Sicht der Dinge sagen lassen. Klar, auch ich kann mich in der Uhrzeit geirrt haben. Aber darum geht es nicht einmal. Die Art des Miteinander-Umgehens fand ich ätzend. Ich fand die Art despektierlich. So missbilligend gehe ich nicht mit anderen um – und ich will auch nicht, dass andere so mit mir umgehen. Der Tag ist jedenfalls gelaufen, das merke ich. Und ich überlege schon, ob ich den neuen Termin schwänzen oder gar die Therapeutin wechseln soll.
Aber, nee, nicht mit mir – höre ich mich sagen, als ich in der Beinpresse stecke, und weiter in mich reinhöre. Tommy, wenn du eines gelernt hast im Leben – dann ist es: Friss es nicht in dich hinein! Sprich es an!
Also ziehe ich mich fix wieder um und düse vom Studio zurück zur Therapeutin. Klar, dass die verdutzt guckt.
“Hast du mal noch zwei Minuten für mich? Ich würde gerne über eben sprechen”, sage ich.
Sie hat die zwei Minuten. Und ich sage ihr – ich bemühe mich, ruhig und freundlich zu bleiben –, wie das Ganze bei mir ankam. Anschließend schildert sie ihre Sicht der Dinge. Und alles ist gesagt.
Nein, nicht alle Missverständnisse sind aus dem Weg geräumt. Aber mein Turnbeutel-Vergesser-Feeling ist verschwunden. Und wir umarmen uns sogar flüchtig.
Gut, dass wir drüber gesprochen haben, finde ich und klopfe mir gedanklich stolz auf die Schulter. Denn egal, wie die Sache mit uns jetzt weitergeht: Ich war freundlich. Und ich war vor allem ich.

Schönen Donnerstag! Lasst euch nicht ärgern!
Euer Tommy

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